Gewerkschaftsführer warnt: Deutschlands Wirtschaft steckt seit Jahren in der Stagnation fest
Brigitta SchülerGewerkschaftsführer warnt: Deutschlands Wirtschaft steckt seit Jahren in der Stagnation fest
Deutschlands Wirtschaftslage steht unter schwerem Druck, warnt der Gewerkschaftsführer Jörg Benner. Er betonte, das Land stecke seit sechs Jahren in einer Stagnationsphase fest, die die Industrie in Bedrängnis bringe. Bei einem Appell zu dringenden Reformen und klareren Industriepolitiken forderte er Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Benner bezeichnete die aktuelle wirtschaftliche Lage als „sehr ernst“ und verwies auf Deutschlands Rückstand im globalen Wettbewerb gegen China und die USA. Ohne gezielte Industriepolitik, so seine Warnung, bleibe Wachstum unerreichbar. Vorschläge zur Reform der Arbeitszeitregelungen wies er als „abwegig“ zurück – besonders für Unternehmen, die bereits mit schwacher Nachfrage kämpften.
Kritik übte er auch an der Ausgabenpolitik der Regierung: Pauschale Kürzungen bei Subventionen und breite Sparmaßnahmen seien wirkungslos. Stattdessen plädierte er für gezielte Investitionen in Bereiche wie grünen Stahl, Elektromobilität und einen Industrie-Strompreis. Nur so ließen sich Arbeitsplätze sichern und regionale Wertschöpfung erhalten.
Zwar zeigte sich Benner offen für eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, machte aber klar: „Gewerkschaften können die Regierung nicht ersetzen.“ Eine „Koalitionsrunde 2.0“ lehnte er ab und bestritt, dass Gesetzgebung die Trennung der Verantwortlichkeiten zwischen Regierung und Parlament aufweichen dürfe. Ein „fairer Wettbewerb“ in der Industriepolitik existiere nicht mehr – hier sei entschlossenes Handeln gefragt, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Benners Äußerungen unterstreichen den Druck auf Deutschland, seine Industriestrategie zu überarbeiten. Sein Aufruf zu gezielten Investitionen und klaren politischen Weichenstellungen zielt darauf ab, die Stagnation zu überwinden und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Nun rückt die Frage in den Fokus, wie die Regierung auf diese Forderungen reagieren wird.






