27 April 2026, 02:25

Geplante Datenlöschung gefährdet langfristige Wirtschaftsstudien in Deutschland

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Geplante Datenlöschung gefährdet langfristige Wirtschaftsstudien in Deutschland

Ein geplanter Änderungsantrag zum deutschen Bundesstatistikgesetz hat unter Forschern und Ökonomen Besorgnis ausgelöst. Die Neuregelung würde die Löschung bestimmter Unternehmensdaten nach zehn Jahren vorschreiben und könnte damit langfristige Wirtschaftsstudien gefährden. Kritiker halten den Vorstoß für kontraproduktiv – trotz des erklärten Ziels, die Vertraulichkeit besser zu schützen.

Der Innen- und Rechtsausschuss des Bundestags wird die Novelle am 27. April 2016 beraten. Betroffen wäre vor allem das AFiD-Projekt (Amtshilfe in Forschungsdatenzentren), bei dem die Regierung Unternehmen über verschiedene Erhebungen hinweg mit einer einheitlichen Identifikationsnummer erfasst. Sollte die Änderung beschlossen werden, müssten diese Unternehmensnummern nach einem Jahrzehnt gelöscht werden – was eine langfristige Verfolgung von Betrieben unmöglich machen würde.

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Der Verein für Socialpolitik, der 4.000 Wirtschaftswissenschaftler vertritt, lehnte den Plan in einem offenen Brief öffentlich ab. Die Löschung verknüpfter Datensätze würde demnach die Forschung zu langfristigen Entwicklungen massiv beeinträchtigen. Auch Theresia Bauer, die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, positionierte sich gegen die geplante Einschränkung.

Befürworter argumentieren, die Neuregelung diene dem besseren Schutz vertraulicher Unternehmensdaten. Doch das Statistische Bundesamt verfügt bereits über strenge Sicherheitsvorkehrungen. Forscher halten diese für ausreichend und warnen, der Vorschlag könnte stattdessen wertvolle wirtschaftswissenschaftliche Analysen gefährden.

Abgeordnete werden nun aufgefordert, die Zehn-Jahres-Frist für die Datenspeicherung abzulehnen. Ohne durchgehende Unternehmensidentifikatoren drohen Studien zu Wirtschaftswachstum, Produktivität und Markttrends erhebliche Rückschläge. Die Debatte am 27. April wird zeigen, ob die Änderung weiterverfolgt wird.

Quelle