18 April 2026, 18:22

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen

Altes deutsches Regierungsaktienzertifikat für Bern-Schwarzenburg-Bahn mit einer Illustration eines Zuges.

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor und fordert radikale Reformen

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihre Finanzpraktiken kritisiert. Er bezeichnete die komplexen Unternehmensstrukturen als "Geldwäschemaschine" und forderte unter der Führung von Vorstandschefin Evelyn Palla tiefgreifendere Reformen.

Reißen unterstützte zwar Pallas jüngste Umstrukturierung in der Führungsetage, warnte jedoch, dass noch grundlegendere Veränderungen nötig seien. Der GDL-Vorsitzende warf der Bahn vor, über hunderte Tochtergesellschaften Finanzströme zu verschleiern und so Steuergelder abzusichern. Intern werde die Bahn sogar eigene Dienstleistungen in Rechnung stellen, was die Nachvollziehbarkeit der Ausgaben erschwere, so Reißen. Seine Äußerungen reihten sich ein in die breitere Kritik an mangelnder Transparenz beim Staatskonzern.

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Zudem stellte der Gewerkschafter die Berufung von Karin Dohm zur Finanzvorständin infrage und bezeichnete sie als nicht qualifiziert für die Position. Ihre Ernennung könnte künftig zu Konflikten führen, warnte er. Gleichzeitig lobte Reißen Pallas Entscheidung, die Zahl der Top-Management-Posten zu halbieren – dies werde die Abläufe verschlanken und die Produktivität steigern.

Darüber hinaus befürwortete Reißen die von Palla veranlasste Entlassung von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie Dohms Abgang. Konsequentes Führungshandeln sei entscheidend für eine wirksame Unternehmenssteuerung, betonte er. Allerdings mahnte er an, Palla solle sich stärker direkt in die operativen Abläufe des Schienennetzes einbringen, statt sich allein auf Umstrukturierungen zu verlassen.

Reißens Aussagen unterstreichen die anhaltenden Bedenken gegenüber den Finanzmethoden und Personalentscheidungen der Bahn. Seine grundsätzliche Unterstützung für Pallas Reformkurs ist mit der Forderung nach schnelleren und entschlosseneren Schritten verbunden. Die Position der Gewerkschaft erhöht den Druck auf das Unternehmen, die Probleme bei Transparenz und Effizienz endlich anzugehen.

Quelle