21 April 2026, 02:18

Fuchsjagd in Baden-Württemberg: Streit um Schonzeit und Artenschutz

Papier mit einer realistischen Abbildung eines Fuchses und fetter Schrift, die "The Haughshire Hunt by Fox Russell." lautet.

Fuchsjagd in Baden-Württemberg: Streit um Schonzeit und Artenschutz

In Baden-Württemberg ist ein Streit über die Fuchsjagd während der Schonzeit entbrannt. Der Landesjagdverband argumentiert, dass die Bejagung von Füchsen in der Paarungszeit bedrohten Arten wie Rebfüchsen und Hasen helfe. Tierschutzorganisationen hingegen halten die Begründung für falsch und bezweifeln, dass die Maßnahme dem Artenschutz dient.

Vor 2015 gab es in Baden-Württemberg überhaupt keine Schonzeit für Füchse. Trotz Versuchen, den Bestand zu regulieren, gingen die Rehuhn-Bestände weiter zurück. Auch zwischen 2015 und 2020, als bereits Einschränkungen galten, konnten Jäger keine Verbesserung für bodenbrütende Vögel erzielen.

Der Jagdverband behauptet nun, dass die Bejagung von Füchsen in der Paarungszeit Arten wie Auerhühnern und Hasen nutze. Als Begründung führt er an, dass die massenhafte Streuung junger Füchse – ausgelöst durch sozialen Druck – gefährdete Wildtiere bedrohe. Daten zeigen jedoch, dass die Fuchsbestände in der Region seit 25 Jahren nicht gestiegen sind, sondern sogar zurückgegangen sind.

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Die Organisation Wildtierschutz Deutschland bezeichnet die Argumente des Jagdverbands als irreführend. Sie betont, dass der Verlust von Lebensräumen und nicht Fressfeinde der Hauptgrund für den Rückgang von Vogel- und Niederwildbeständen sei. Studien belegen zudem, dass die Fuchsjagd kaum Auswirkungen auf bodenbrütende Vögel hat, da höhere Geburtenraten und Zuwanderung Verluste schnell ausgleichen.

Naturschützer fordern, dass der Schutz von 7 bis 10 Prozent der Agrarflächen und die Renaturierung von Lebensräumen bedrohten Arten mehr nützen würde als die Bejagung. Dennoch setzt sich der Landesjagdverband weiterhin für eine kürzere Schonzeit für Füchse ein.

Die Debatte zeigt die unterschiedlichen Auffassungen über das Wildtiermanagement in der Region. Während Jäger auf die Notwendigkeit der Fuchsregulierung für den Artenschutz pochen, deuten Belege darauf hin, dass die Renaturierung von Lebensräumen die wirksamere Lösung wäre. Die Entscheidung wird mitbestimmen, wie Baden-Württemberg künftig Raubtiermanagement und Artenschutz in Einklang bringt.

Quelle