03 February 2026, 06:18

Freiburgs Verpackungssteuer trifft Gastronomie – doch Kunden und Betriebe tricksen

Ein Plastikbehälter mit einer Aufschrift 'Park Shop' enthält drei frische Schweineklöße, die mit einem Plastikdeckel abgedeckt sind und auf einem Tisch stehen.

Diskussion um Verpackungssteuer: 'Das ist doch schon dreist' - Freiburgs Verpackungssteuer trifft Gastronomie – doch Kunden und Betriebe tricksen

Seit Anfang 2026 erhebt Freiburg – wie mindestens zehn andere deutsche Großstädte – eine Steuer auf Einwegverpackungen für Essen zum Mitnehmen. Die Maßnahme soll den Verbrauch von Einwegplastik reduzieren, doch lokale Unternehmen und Kunden haben bereits Wege gefunden, sie zu umgehen. Trotz Kritik aus der Gastronomiebranche halten die Stadtverantwortlichen an der Regelung fest.

Die neue Abgabe betrifft warme Speisen zum Mitnehmen und beläuft sich auf 50 bis 70 Cent pro Einwegbehälter. Einige Kunden bestellen ihr Essen seitdem knapp außerhalb der Stadtgrenzen oder nehmen leere Boxen als "Geschenk" entgegen, um die Gebühr zu sparen. Auch Restaurants haben unerwartete Lösungen entwickelt.

Die Verpackungssteuer in Freiburg trat zu Jahresbeginn in Kraft, doch eine umfassende Bewertung steht erst in zwei Jahren an. Die Stadt hat rund 200 Betriebe zu den Änderungen beraten, im Stadtrat wurden jedoch noch keine Anpassungen der Regelung diskutiert. Parallel dazu bietet eine "Mehrweg-Initiative" bisher nur Becher an – Essensbehälter sollen erst 2027 verfügbar sein.

Frédéric Zindler, Inhaber des Restaurants Lollo, unterstützt zwar das Ziel der Abfallvermeidung, kritisiert aber, dass zunächst ein funktionierendes Mehrwegsystem hätte eingeführt werden müssen. Robin Pfefferle, Betreiber von YepaYepa, verzeichnet seit der Umstellung auf Mehrwegverpackungen einen Rückgang von etwa zehn Prozent bei seinen Mitnahme-Kunden. Trotz der Widerstände geben die Stadtverantwortlichen keine Anzeichen, die Vorschriften lockern zu wollen.

Die Steuer bleibt vorerst bestehen, und kurzfristige Änderungen sind nicht zu erwarten. Die Betriebe passen sich weiter an, während Kunden nach Schlupflöchern suchen. Erst die langfristige Auswertung wird zeigen, ob Freiburg mit der Maßnahme seine Ziele zur Müllvermeidung erreicht.