Freiburgs politische Ikone Margot Queitsch mit 79 Jahren verstorben
Gerfried ThiesFreiburgs politische Ikone Margot Queitsch mit 79 Jahren verstorben
Margot Queitsch, langjährige SPD-Politikerin aus Freiburg, ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Ihr Wirken umfasste fast vier Jahrzehnte, in denen sie die lokale Politik in den Bereichen Bildung, Wohnen und soziale Fürsorge maßgeblich prägte. Kollegen aus allen Parteien erinnerten an sie als engagierte Fürsprecherin der Freiburger Bürgerinnen und Bürger.
Queitsch zog 1980 erstmals in den Freiburger Stadtrat ein und blieb dort acht Amtszeiten lang bis 2019 vertreten. Zwischen 1990 und 1999 führte sie die SPD-Fraktion im Rat und setzte sich für Reformen in der Familienförderung, der Jugendarbeit und dem sozialen Wohnungsbau ein. Ihr Einsatz erstreckte sich auch auf Landesebene, wo sie von 2001 bis 2011 als Abgeordnete Freiburg im baden-württembergischen Landtag vertrat.
Ihr Einfluss blieb selbst nach ihrem Rückzug aus der aktiven Politik spürbar. 2019 ehrte die Stadt sie mit dem Goldenen Siegel für ihr Lebenswerk. Noch im selben Jahr markierte ihr Ausscheiden aus der Kommunalpolitik einen Einschnitt, doch die Grünen führten ihre politischen Ziele weiter. Bis 2025 entstanden in Freiburg 1.500 bezahlbare Wohnungen im Rahmen des Programms "Wohnen für alle", Ganztagsschulen wurden ausgebaut und digitale Bildungsangebote eingeführt. Neue Familienzentren, Jugendtreffs und Klimainitiativen knüpften an ihre früheren Forderungen an.
Mit klaren Prinzipien und überzeugtem Einsatz gewann Queitsch Respekt über Parteigrenzen hinweg. Ihr Fokus auf Bildung, sozialen Wohnungsbau und Sport hinterließ bleibende Spuren in der Freiburger Politik. Zwar blieben Spannungen zwischen Grünen und SPD in der Koalition bestehen, doch ihr Erbe lebt in laufenden Projekten weiter.
Freiburg trauert um eine Politikerin, die jahrzehntelang für bezahlbaren Wohnraum, starke Schulen und bessere Jugendangebote kämpfte. Die heutigen kommunalen Schwerpunkte – vom Ausbau der Kinderbetreuung bis zu digitalen Klassenzimmern – tragen noch immer ihre Handschrift. Ihr Fehlen hinterlässt eine Lücke in der lokalen Politik, doch ihr Wirken prägt weiterhin den Alltag der Menschen in der Stadt.






