Freiburgs neues Spendenprojekt: Ein Traumazentrum für die ukrainische Partnerstadt Lwiw
Hans-Josef BeckmannFreiburgs neues Spendenprojekt: Ein Traumazentrum für die ukrainische Partnerstadt Lwiw
Freiburg startet Spendenprojekt für Partnerstadt Lwiw: Traumazentrum soll langfristige Hilfe leisten
Freiburg hat ein neues Spendenprojekt ins Leben gerufen, um seine ukrainische Partnerstadt Lwiw bei der Finanzierung eines spezialisierten Traumazentrums zu unterstützen. Die Initiative knüpft an Jahre der Hilfe an, die mit Notlieferungen begann und sich seitdem auf den langfristigen Wiederaufbau konzentriert. Bei einer kürzlichen Wohltätigkeitsgala berichteten Verantwortliche aus erster Hand über die Folgen des Krieges für Soldaten und Zivilisten gleichermaßen.
Das Projekt entstand im Rahmen einer Benefizveranstaltung im St.-Ursula-Gymnasium, moderiert von Charlotte Schönberger. Zu den Rednern gehörten Klaus Hoffmann, Freiburgs Oberstaatsanwalt, der Kriegsverbrechen in Kiew untersucht hatte, sowie Tetyana Khabibrakhmanova, die internationale Vertreterin Lwiws. Beide schilderten den Alltag in der Ukraine, wo allein aus Lwiw etwa 50.000 Soldaten an der Front im Einsatz sind.
Obwohl Lwiw aufgrund seiner westlichen Lage von schweren Kämpfen verschont blieb, lastet auf der Stadt eine ständige emotionale Belastung. Täglich finden um 11:30 Uhr Beerdigungen für gefallene Soldaten statt, begleitet von cityweiten Schweigeminuten. Viele heimkehrende Truppen leiden unter schweren Verletzungen und psychischen Traumata, die eine langfristige Betreuung erfordern.
Freiburgs Hilfe begann mit Medikamenten, Generatoren und Stromaggregaten. Mit der Zeit erweiterten sich die Spenden um Lebensmittel, Spielzeug und Alltagsgegenstände für geflüchtete Familien. Nun, da die Stadt fast eine Million Euro beisteuert, rückt der Aufbau des Traumazentrums "Maysternya" in den Fokus. Die Einrichtung wird eng mit dem bestehenden Rehabilitationszentrum "Unbroken" zusammenarbeiten und sowohl medizinische als auch psychologische Unterstützung anbieten.
Dieser Wandel spiegelt eine grundlegend neue Ausrichtung der Hilfsstrategie wider: Während die Nothilfe weiterläuft, stehen nun Wiederaufbau und psychologische Betreuung im Vordergrund. Das Traumazentrum soll die langfristigen Kriegsfolgen für Soldaten und ihre Angehörigen lindern.
Das neue Zentrum in Lwiw wird verletzten Soldaten lebenswichtige Versorgung bieten und Betroffenen psychologische Hilfe zukommen lassen. Freiburgs finanzielle Unterstützung und die laufenden Spenden unterstreichen das Bekenntnis zu nachhaltiger Hilfe statt kurzfristiger Lösungen. Für Lwiw bedeutet dies bessere Ressourcen, um die täglichen und langfristigen Auswirkungen des Krieges zu bewältigen.






