10 January 2026, 10:39

Freiburgs neues Energiezentrum nutzt Abwärme für klimaneutrale Wärmeversorgung

Ein Geschäft mit Fahrrädern, einem Pfahl und einem Feuerlöscher davor.

Freiburgs neues Energiezentrum nutzt Abwärme für klimaneutrale Wärmeversorgung

Im Freiburger Gewerbegebiet Nord entsteht ein neues, großes Energiezentrum. Die Anlage wird die Abwärme des Chemieherstellers Cerdia auffangen und in das städtische Fernwärmenetz einspeisen. Sobald sie voll in Betrieb ist, soll sie tausende Haushalte mit klimafreundlicher Wärme versorgen.

Die Bauarbeiten laufen bereits: Zwei Wärmepumpen mit je 15 Megawatt Leistung und sechs thermische Speicher mit einem Fassungsvermögen von je 200 Kubikmetern sind bereits installiert. Diese Komponenten werden die überschüssige Wärme aus den Produktionsanlagen von Cerdia aufbereiten und speichern. Das System ist darauf ausgelegt, jährlich bis zu 60 Gigawattstunden nachhaltige Wärme in das Freiburger Netz einzuspeisen.

Das Projekt ist ein zentraler Baustein der städtischen Strategie, bis 2035 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Nach Abschluss der ersten Phase werden erneuerbare Energien und die genutzte Abwärme mindestens 85 Prozent der Netzleistung decken. Das erweiterte System soll langfristig mehrere Stadtteile versorgen, darunter Landwasser, Lehen, Betzenhausen, Mooswald, das Gewerbegebiet Nord sowie das neue Quartier Dietenbach. Durch die Wiederverwertung von Industrieabwärme, die sonst ungenutzt bliebe, können die CO₂-Emissionen voraussichtlich um etwa 23.600 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Der von NORD (Getriebebau NORD GmbH & Co. KG) ausgelieferte Energie-Hub soll Ende 2025 den Betrieb aufnehmen.

Das Freiburger Energiezentrum wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen für die Wärmeversorgung deutlich verringern. Seine Fertigstellung markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Klimaziel 2035. Gleichzeitig zeigt das Projekt vorbildlich, wie industrielle Nebenprodukte in eine saubere Energiequelle umgewandelt werden können.