18 December 2025, 19:00

Freiburgs Dieselbus-Spende für Kiew löst kontroverse Debatten aus

Mehrere Busse und Fahrradfahrer auf einer Straße, mit einem Haus mit Plakaten und einem Baum im Hintergrund.

Freiburg spendet alte Dieselbusse an Kiew und gerät in die Kritik - Freiburgs Dieselbus-Spende für Kiew löst kontroverse Debatten aus

Freiburg spendet alte Dieselbusse an Kiew – und erntet Kritik

  1. Dezember 2025, 17:13 Uhr

Freiburg hat der ukrainischen Hauptstadt Kiew zehn ausgemusterte Dieselbusse gespendet, um den Wiederaufbau des durch den Krieg schwer beschädigten öffentlichen Nahverkehrs zu unterstützen. Die Initiative, die von lokalen Bürgergruppen und Verkehrsbetrieben getragen wird, stößt jedoch auch auf Kritik in sozialen Medien.

Die Busse waren zuvor im Einsatz bei der Verkehrs-AG Freiburg (VAG), bevor sie ausgemustert wurden. Ihr Transport nach Kiew kostet rund 30.000 Euro, wobei die Stadt Freiburg und die VAG die Hälfte der Summe jeweils übernehmen. Weitere Mittel kamen von lokalen Initiativen: Die Seebrücke Freiburg steuerte 4.500 Euro bei, die Freunde der Ukraine Freiburg 3.000 Euro. Ein deutsches Logistikunternehmen berechnete 7.500 Euro für den Transport der Fahrzeuge, während die Kiewer Verkehrsbetriebe Kyivpastrans keine Transportkosten übernahmen.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Stadt München halfen bei der Koordination der Lieferung. In Kiew sollen die Busse Fahrzeuge ersetzen, die durch russische Drohnenangriffe zerstört wurden, und so das öffentliche Verkehrssystem der Stadt stärken.

Trotz des humanitären Ansatzes des Projekts gab es in sozialen Netzwerken Gegenwind. Die VAG nahm die Kritik zur Kenntnis, verurteilte jedoch beleidigende und respektlose Kommentare. Die Verkehrsbetriebe vermuten zudem, dass einige der negativen Beiträge von Bots stammen könnten. Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn verteidigte die Spende als eine "pragmatische und wohlüberlegte Entscheidung".

Die Busse sind bereits auf dem Weg nach Kiew, wo sie in den Fuhrpark der Stadt integriert werden sollen. Die Spende, die teilweise durch lokale Hilfsorganisationen und Verkehrspartner finanziert wird, soll die Belastung des Kiewer Nahverkehrs verringern. Unterdessen beobachten die Verantwortlichen weiterhin die Reaktionen auf die Initiative in den sozialen Medien.