Freiburger Unternehmen leiden unter Chinas Exportstopp für Seltene Erden
Gerd BuchholzFreiburger Unternehmen leiden unter Chinas Exportstopp für Seltene Erden
Unternehmen in Freiburg und Südwestdeutschland kämpfen mit massiven Störungen durch Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden
Eine aktuelle Umfrage der wvib Schwarzwald AG zeigt, dass 85 Prozent der Unternehmen in der Region seit Inkrafttreten der neuen Regeln im April 2025 von Chinas Exportrestriktionen für Seltene Erden betroffen sind. Die Beschränkungen betreffen sieben Schlüsselmaterialien, darunter Neodym, Yttrium, Samarium und Gallium.
Da China die globale Lieferkette für Seltene Erden dominiert, kommt es zu längeren Lieferzeiten, steigenden Preisen und Engpässen. Besonders hart getroffen sind Magnete, Motoren und Halbleiter. Von den befragten Unternehmen geben 39 Prozent an, stark oder sehr stark beeinträchtigt zu sein, während nur 15 Prozent keine Auswirkungen spüren.
Die meisten Betriebe reagieren mit Gegenmaßnahmen: 38 Prozent lagern Vorräte an, 13 Prozent suchen nach alternativen Lieferanten und 5 Prozent steigen auf Ersatzmaterialien um. Trotz dieser Bemühungen erwartet nur ein kleiner Teil – 8 Prozent – eine Besserung der Lage. Stattdessen rechnen 51 Prozent mit einer Stagnation, und 41 Prozent gehen von einer weiteren Verschärfung der Restriktionen aus.
Laut Umfrage arbeiten 32 Prozent der Unternehmen direkt mit Seltenen Erden, während 72 Prozent indirekt von ihnen abhängig sind. Viele Betroffene bewerten ihre Anpassungsmaßnahmen als teilweise wirksam, doch die Sorge um die langfristige Versorgungssicherheit bleibt.
Der Wirtschaftsverband fordert eine europäische Strategie, um den Zugang zu kritischen Rohstoffen langfristig abzusichern. Der Vorschlag sieht keine Subventionen vor, sondern zielt darauf ab, die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zu verringern. Bis dahin passen sich die Unternehmen in der Region weiter an – die meisten bleiben jedoch skeptisch, was die künftigen Versorgungsherausforderungen angeht.