Freiburger Ausbildungsmarkt wächst so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr
Gerd BuchholzFreiburger Ausbildungsmarkt wächst so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr
Der Freiburger Ausbildungsmarkt verzeichnet das stärkste Wachstum seit zwei Jahrzehnten. Neue Zahlen zeigen einen Anstieg der Ausbildungsverträge um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleiben viele Lehrstellen unbesetzt – Grund ist eine Diskrepanz zwischen den Bewerberprofilen und den Anforderungen der Betriebe.
Sowohl in Freiburg als auch in Offenburg liegt die Nachfrage nach Auszubildenden deutlich unter dem Angebot. Gleichzeitig stellen ausländische Staatsbürger mittlerweile einen beträchtlichen Anteil der neuen Fachkräfte in den Handwerksberufen.
Die Handwerkskammer Freiburg meldet, dass 27 Prozent der neuen Auszubildenden in der Region eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Die meisten kommen aus anderen EU-Ländern sowie aus der Türkei, Syrien und dem Balkan. Dieser Trend deckt sich mit den Daten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein, wo jeder fünfte neue Azubi aus dem Ausland stammt.
Fünf Berufe dominieren den Freiburger Ausbildungsmarkt: Tischlerei, Elektrotechnik für Gebäude, Kraftfahrzeugmechatronik, Friseurhandwerk und Bäckerei. Besonders gefragt sind Bauberufe – vor allem im Ausbaugewerbe wie Elektroinstallation, Sanitär-/Heizungstechnik und Innenausbau. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bewerten sowohl die Bundesagentur für Arbeit Freiburg als auch ihr Pendant in Offenburg die Lage als stabil. Die Hotellerie- und Gastronomiebranche verzeichnet die meisten neuen Verträge, während industrielle Ausbildungsplätze weiter rückläufig sind. Dennoch planen drei Viertel der Betriebe, ihre Auszubildenden nach Abschluss der Lehre dauerhaft zu übernehmen. Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage bleibt jedoch eklatant: In Freiburg kommen auf eine Bewerbung fünf offene Lehrstellen. In Offenburg sieht die Situation ähnlich aus – auch hier gibt es einen Überschuss an unbesetzten Plätzen.
Die aktuellen Zahlen bestätigen die wachsende Abhängigkeit des Freiburger Handwerks von ausländischen Fachkräftenachwuchs. Da die Nachfrage das Angebot übersteigt, kämpfen viele Betriebe darum, ihre Stellen zu besetzen. Langfristig bleibt die Perspektive jedoch positiv, da die meisten Unternehmen ihre Auszubildenden nach der Lehre fest einstellen wollen.






