Freiburg führt 50-Cent-Steuer auf Einwegverpackungen ein – wer zahlt die Zeche?
Gerfried ThiesFreiburg führt Abgabe auf Einwegverpackungen ein - Freiburg führt 50-Cent-Steuer auf Einwegverpackungen ein – wer zahlt die Zeche?
Freiburg führt eine neue Steuer auf Einwegverpackungen für Lebensmittel und Getränke ein, die noch in diesem Jahr in Kraft treten soll. Betroffen sind vor allem Wegwerfartikel wie Becher, Essensbehälter, Besteck und Trinkhalme – mit Gebühren von 50 Cent pro Behälter und 20 Cent pro Besteckteil. Sowohl Unternehmen als auch Kunden müssen mit höheren Kosten rechnen, da die Stadt Abfall reduzieren und den Umstieg auf Mehrwegalternativen fördern will.
Besonders hart trifft die Steuer den Außer-Haus-Verkauf, darunter Fast-Food-Anbieter, Cafés, Bäckereien und Supermärkte mit To-go-Produkten. Jeder Einwegbecher, jede Essensverpackung oder jedes Stück Besteck in einer Bestellung wird zusätzliche Kosten verursachen und die Preise für die Kunden erhöhen. Ein Burger-Menü mit Pommes und Getränk könnte allein durch die Verpackung beispielsweise 50 Cent teurer werden.
Viele Unternehmen werden die Mehrkosten voraussichtlich direkt an die Verbraucher weitergeben. Einige setzen jedoch auf Mehrwegsysteme wie den Mehrwegverbund, bei dem Kunden ein Pfand von einem Euro für rückgabefähige Becher zahlen. Dennoch gibt es Widerstand, insbesondere aus der Gastronomie und dem Einzelhandel. Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn unterstützt eine "Mehrweg-Initiative", um städtische Veranstaltungen von Einwegprodukten zu befreien. Auch die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker von den Grünen hat sich hinter die lokale Steuer gestellt. Tübingen hatte in Baden-Württemberg bereits mit einer ähnlichen Regelung eine Vorreiterrolle eingenommen.
Aktuell nutzen nur 15 Prozent der To-go-Bestellungen Mehrwegverpackungen. Ein Pilotprojekt mit 16 Standorten soll diesen Anteil erhöhen. Die Stadt rechnet damit, dass die Steuer im kommenden Jahr etwa 2,2 Millionen Euro einbringen wird.
Die neue Abgabe wird Essen und Getränke zum Mitnehmen in Freiburg teurer machen. Kunden könnten auf Mehrweglösungen ausweichen, um die Zusatzkosten zu umgehen, während sich Unternehmen an die höheren Ausgaben anpassen müssen. Ob die Maßnahme erfolgreich ist, hängt davon ab, ob sie tatsächlich Abfall reduziert und das Verhalten hin zu nachhaltigen Alternativen verändert.