Frauenanteil im Stuttgarter Landtag steigt nach Wahlrechtsreform leicht an
Gerd BuchholzSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Frauenanteil im Stuttgarter Landtag steigt nach Wahlrechtsreform leicht an
Baden-Württemberg verzeichnet leichten Anstieg des Frauenanteils nach der jüngsten Landtagswahl
Das Land, das lange bei der Geschlechtergerechtigkeit hinter anderen Bundesländern zurücklag, hatte Reformen eingeführt, um die Präsenz von Frauen im Parlament zu stärken. Diese Maßnahmen beginnen nun, Wirkung zu zeigen.
Vor 2021 oblag die Auswahl der Kandidaten den lokalen Parteigliederungen, die häufig langjährige männliche Politiker bevorzugten. Dieses System trug dazu bei, dass Baden-Württemberg den niedrigsten Frauenanteil in allen deutschen Landesparlamenten aufwies. Um das Ungleichgewicht zu beheben, wurde ein neues Wahlrecht verabschiedet, das den Landesverbänden der Parteien mehr Einfluss einräumte und sie verpflichtete, die Gleichstellung zu fördern.
Die Reform schrieb vor, dass die Parteien auf den ersten zehn Plätzen ihrer Landeslisten abwechselnd männliche und weibliche Kandidaten aufstellen mussten. Grünen, CDU und SPD kamen dieser Vorgabe nach und sorgten so für eine ausgeglichene Verteilung in diesen Schlüsselpositionen. Bei der Wahl 2026 sicherten sich die Grünen 30,2 Prozent der Zweitstimmen und überholten die CDU knapp als stärkste Kraft.
Von den 53 Mandaten, die Frauen im neuen Landtag halten, entfallen 43 auf die Landeslisten der Parteien. Die Grünen besetzten 50 Prozent ihrer 56 Listenplätze mit Frauen, während die SPD diesen Anteil bei ihren zehn Listenmandaten erreichte. Die AfD hingegen hatte unter ihren 34 Listenkandidaten nur einen Frauenanteil von 11,4 Prozent. Die 56 Sitze der CDU waren allesamt Direktmandate, von denen 28,6 Prozent an Frauen gingen.
Insgesamt stellen Frauen nun 33,8 Prozent der Abgeordneten im Landtag – eine leichte, aber spürbare Verbesserung gegenüber der vorherigen Legislaturperiode.
Die Wahlrechtsreform hat zu einem messbaren Anstieg weiblicher Abgeordneter geführt, auch wenn der Fortschritt allmählich bleibt. Mit einem Frauenanteil von 33,8 Prozent spiegelt der neue Landtag eine Veränderung in den Kandidatennominierungsverfahren wider. Die langfristigen Auswirkungen dieser Änderungen werden sich in künftigen Wahlen deutlicher zeigen.