Flugtaxis 2025: Revolution oder teures Nischenprodukt für Reiche?
Brigitta SchülerFlugtaxis 2025: Revolution oder teures Nischenprodukt für Reiche?
Elektro-Flugtaxis könnten bald Realität werden – doch ihr Nutzen für Verkehr und Umwelt bleibt ungewiss. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass diese futuristischen Fahrzeuge nur begrenzte Vorteile bei der Reduzierung von CO₂-Emissionen bieten. Dennoch treiben Unternehmen wie Volocopter ehrgeizige Markteinführungspläne voran, trotz finanzieller und regulatorischer Hürden.
Volocopter strebt an, seine elektrischen Flugtaxis bis 2025 auf den Markt zu bringen, mit einem Probebetrieb während der Olympischen Spiele 2024 in Paris. Das Unternehmen will die Technologie als Schritt zur Dekarbonisierung der Luftfahrt präsentieren. Doch zunächst wird der Service nur wohlhabenden Passagieren vorbehalten sein: Ein Kilometer soll etwa fünf Euro kosten – das 2,5-fache eines herkömmlichen Taxis und das 15-fache eines Autos.
Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt zu dem Schluss, dass Flugtaxis zwar weniger CO₂ ausstoßen als Benzinautos, aber mehr Energie verbrauchen als Elektrofahrzeuge. Damit stellt sich die Frage, wie groß ihr tatsächlicher ökologischer Nutzen ist. Urban Air Mobility (UAM) könnte zwar als privates Geschäftsmodell funktionieren, doch Städte müssen sorgfältig abwägen, ob die Kosten die Vorteile überwiegen, bevor sie die Technologie in Europa einführen.
Auch die regulatorischen Herausforderungen sind beträchtlich: Weder Volocopter noch der Konkurrent Lilium haben bisher eine EASA-Zulassung für Passagierflüge erhalten. Finanzielle Belastungen verstärken die Unsicherheit, hinzu kommt ein Führungswechsel bei Volocopter. CEO Dirk Hoke wird das Unternehmen im Februar 2023 verlassen; sein Nachfolger als Vorsitzender des Aufsichtsrats wird der ehemalige Daimler-Chef Dieter Zetsche.
Flugtaxis könnten zwar bereits 2025 starten, doch ihre Rolle in einem nachhaltigen Verkehrssystem bleibt unklar. Hohe Betriebskosten und der Energiebedarf schränken ihr Potenzial ein, die Emissionen spürbar zu senken. Vorerst werden sie wohl ein Nischenprodukt bleiben – nur für diejenigen, die sich den hohen Preis leisten können.






