Florentina Holzinger entfesselt ein spektakuläres Friedensmanifest mit Monstertrucks und Motorrädern
Gerd BuchholzFlorentina Holzinger entfesselt ein spektakuläres Friedensmanifest mit Monstertrucks und Motorrädern
Florentina Holzinger brachte ihr provokantes Pfingst-Spektakel am vergangenen Wochenende in den Wiener Eislaufverein
Die Aufführung verband atemberaubende Schauwerte mit einem eindringlichen Appell für Frieden – complete mit Motorrädern und einem Monstertruck. Im Anschluss wurden die Zuschauer nach Schloss Prinzendorf gebracht, einen historischen Ort mit enger Verbindung zur Avantgarde-Theaterszene.
Der Abend begann mit Holzinger, die auf einem Trial-Motorrad einen Panzer „zähmte“. Kurze Zeit später zerquetschte ein Monstertruck denselben Panzer zu Schrott. Über dem Wrack schwebte ein Fallschirmspringer mit einem taubenförmigen Helm herab – unter dem sich eine Schwertschluckerin verbarg, die eine weiße Fahne in das zerstörte Fahrzeug steckte.
Schon zuvor hatte in Prinzendorf eine nackte Darstellerin auf der Bühne gekreuzigt und von Drohnen mit roter Farbe besprüht worden. Holzinger und ihr rein weibliches Ensemble inszenierten anschließend im Schlosshof ein „Letztes Abendmahl“, während andere Performerkörper an Haken schwebend in der Luft hingen. Das Publikum, das extra an den abgelegenen Ort gebracht worden war, verfolgte, wie eine nackte Frau von der Fassade des Intercontinental Hotels hinabstieg – eine Hommage an Trisha Browns ikonische Choreografie.
Den Höhepunkt bildete Holzinger mit ihren „Jüngerinnen“, die sanft in der Luft schwebten – ein Kontrast zu dem vorherigen Chaos. Autos, Motorräder und ein Fallschirmsprung fügten sich zu einer Performance, die rohe Intensität mit Momenten zerbrechlicher Schönheit verband.
Holzingers Produktion hinterließ mit ihrer Mischung aus waghalsigen Stunts und symbolträchtigen Gesten einen bleibenden Eindruck. Die weiße Fahne im Panzerwrack, die schwebenden Körper, der taubenhelmte Fallschirmspringer – alles unterstrich die friedensstiftende Botschaft des Stücks. Die Veranstaltung schrieb ein weiteres furchtloses Kapitel in der Geschichte des experimentellen Theaters an einem Ort, der seit jeher für radikale Performances steht.






