Finanzexperten diskutieren Strategien für das Niedrigzinszeitalter und Erbschaftsplanung
Brigitta SchülerFinanzexperten diskutieren Strategien für das Niedrigzinszeitalter und Erbschaftsplanung
Über 200 Finanzexperten trafen sich in Walldorf-Wiesloch zu einer zweitägigen Schulung, die sich mit den Herausforderungen des heutigen Anlageumfelds beschäftigte. Die Veranstaltung brachte 160 MLP-Berater sowie weitere Fachleute zusammen, um Strategien in einer Ära anhaltend niedriger Zinsen und sich wandelnder Marktbedingungen zu diskutieren.
Im Mittelpunkt der Schulung standen vielfältige Themen – von Immobilientrends und FinTech-Innovationen bis hin zu ethischen Fragen in der Beratungspraxis. Ein großer Teil widmete sich der Erbschaftsteuer, der Nachfolgeplanung sowie den wachsenden Komplexitäten, mit denen Berater heute konfrontiert sind.
Eine zweistündige Podiumsdiskussion beleuchtete, wie Anlage-strategien in einem Niedrigzinsumfeld angepasst werden können. Die Teilnehmer waren sich einig, dass risikofreie Renditen der Vergangenheit angehören und vorerst nicht zurückkehren werden. Stattdessen müssten Berater nun die Risiken nahe null oder negativer Zinsen managen.
Hans Werner Rapp, Investmentchef der Feri-Gruppe, kritisierte die aktuelle Zinspolitik als Verzerrung grundlegender Marktprinzipien. Knut H. Moreth, Leiter des Portfoliomanagements bei Feri Trust, verwies auf Japans langjährige Niedrigzinsphase seit 1999 als abschreckendes Beispiel für die langfristigen wirtschaftlichen Folgen. Der Hedgefonds-Manager Jeff Gundlach warnte, negative Zinsen könnten nach hinten losgehen und eine deflationäre Spirale auslösen, statt Wachstum anzukurbeln.
Die Veranstaltung unterstrich, wie dringend Berater traditionelle Ansätze überdenken müssen – in einem Markt, in dem niedrige oder negative Zinsen zur Normalität geworden sind. Durch Erbschaftsplanung, FinTech-Disruption und ethische Herausforderungen steht die Branche vor der Aufgabe, sich an ein Finanzumfeld anzupassen, das risikofreie Anlagen nicht mehr belohnt.






