25 June 2026, 02:20

FDP-Streit eskaliert nach Interview mit Junger Freiheit – Partei gespalten

Ex-FDP-Justizministerin nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert nach Interview mit Junger Freiheit – Partei gespalten

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte entbrannt, nachdem ein Mitglied ein Interview an das rechtsextreme Magazin Junge Freiheit gegeben hat. Sabine Döring sagte ihre Teilnahme an einer von der FDP organisierten Podiumsdiskussion ab und begründete dies mit Bedenken gegenüber dem gewählten Forum. Kritik kam auch von der ehemaligen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Der FDP-Politiker Martin Hagen hatte der Jungen Freiheit ein Interview gewährt, was innerhalb der Partei auf Widerstand stieß. Der Spiegel argumentierte, der Austausch mit dem Blatt verletze eine journalistische Brandmauer. Leutheusser-Schnarrenberger, die von 2009 bis 2013 als Justizministerin amtierte, warnte, dass eine solche Zusammenarbeit die rechtspopulistische AfD salonfähig machen könnte.

Hagen verteidigte seine Entscheidung und betonte, das Medium sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich. Gleichzeitig beklagte er einen generellen Rückgang der Fähigkeit der Gesellschaft, sachliche Debatten zu führen – besonders während der Amtszeit von Angela Merkel. Dennoch schloss er jede Zusammenarbeit mit der AfD aus und erklärte, diese könne niemals ein Partner für die FDP sein.

Susanne Seehofer hingegen lobte das Interview. Sie argumentierte, politische Akteure sollten sich auch außerhalb der gewohnten Kreise äußern, um sich nicht in Echokammern zu bewegen.

Der Streit zeigt die Spaltungen innerhalb der FDP auf, wie mit rechtsextremen Medien umgegangen werden soll. Dörings Rückzug von der Podiumsdiskussion unterstreicht die angespannte Stimmung in der Partei. Die FDP bleibt gespalten in der Frage, ob sie sich von umstrittenen Medien distanzieren oder den Dialog suchen soll.

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