01 February 2026, 00:37

FDP in Baden-Württemberg kämpft ums Überleben vor der Landtagswahl 2026

Ein Schwarz-Weiß-Politisches Karikaturbild, das eine Gruppe von Menschen in einem Fahrzeug auf einer steilen Anhöhe zeigt, einige halten Waffen, mit einem Gebäude im Hintergrund und Text unten lesend "Die Radikale Partei auf einer Steilen Anhöhe".

Wie die FDP um ihren politischen Überlebenskampf kämpft - FDP in Baden-Württemberg kämpft ums Überleben vor der Landtagswahl 2026

FDP in Baden-Württemberg vor ungewisser Zukunft – Umfragen zu Bundestagswahl 2025 zeigen dramatischen Absturz

Die FDP in Baden-Württemberg blickt einer unsicheren Zukunft entgegen: Aktuelle Umfragen zur Bundestagswahl 2025 zeigen einen dramatischen Rückgang der Unterstützung vor der anstehenden Landtagswahl. Die Partei, einst eine stabile Kraft in der Region, droht erstmals in ihrer Geschichte an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Mit Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke an der Spitze eines stark personalisierten Wahlkampfs kämpft die FDP darum, die Verluste seit dem Scheitern der Berliner Ampel-Koalition Ende 2024 wettzumachen.

Der Niedergang der Liberalen im Südwesten ist steil: Nach 9,8 Prozent bei der Landtagswahl 2021 liegt die Partei in Umfragen zu Beginn des Jahres 2026 nur noch bei drei bis vier Prozent. Der Einbruch folgt auf bundesweite Kritik an der FDP-Rolle im gescheiterten Ampel-Bündnis, interne Streitigkeiten sowie Konkurrenz durch AfD und CDU in der Wirtschaftspolitik. Zudem schwächen wachsende Unzufriedenheit mit den liberalen Positionen zu Inflation und Migration die Partei zusätzlich.

Um der AfD, ihrem Hauptkonkurrenten, entgegenzutreten, signalisiert die FDP Offenheit für Bündnisse mit Grünen, CDU oder SPD. Ziel ist es, die AfD oder die Linke von der Macht fernzuhalten und gleichzeitig eine stabile Mehrheit im Landtag zu sichern. Scheitert der Einzug ins Parlament, stünden nicht nur die Zukunft des Landesverbands, sondern auch Rülkes politische Karriere auf dem Spiel.

Im Wahlkampf setzt die FDP auf wirtschaftliche Deregulierung und radikale Verwaltungsreformen. Zu den Vorschlägen gehören die Aussetzung von Meldepflichten für Kleinbetriebe, die Lockerung von Datenschutzbestimmungen sowie die Abschaffung der Landesbauordnung. Auch in der Bildungs- und Energiewende-Politik positioniert sich die Partei deutlich: Sie fordert den Erhalt des gegliederten Schulsystems, lehnt das EU-weite Verbrenner-Aus ab und wirbt für einen Ausbau der Kernenergie durch neue Technologien.

Die Wahl wird entscheiden, ob die FDP im baden-württembergischen Landtag verbleibt oder historisch ausscheidet. Mit Umfragewerten knapp an der Fünf-Prozent-Marke hängt das Überleben der Liberalen im Südwesten am seidenen Faden. Das Ergebnis wird zudem die künftigen Koalitionsoptionen und die politische Landschaft der Region für Jahre prägen.