FDP-Chef Rülke attackiert SWR nach Ausschluss aus Wohnungsbau-Debatte
Hans-Josef BeckmannFDP-Chef Rülke attackiert SWR nach Ausschluss aus Wohnungsbau-Debatte
Hans-Ulrich Rülke, Vorsitzender der FDP Baden-Württemberg und Spitzenkandidat seiner Partei für die anstehende Landtagswahl, hat den Südwestrundfunk (SWR) scharf angegriffen. Er wirft dem Sender vor, seine Partei bei einer jüngsten politischen Diskussion zum Thema Wohnungsbau ungerechtfertigt ausgeschlossen zu haben.
Rülke hat nun alle FDP-Mitglieder im Land aufgerufen, eine formelle Programmbeschwerde gegen den Rundfunk einzureichen.
Der Streit dreht sich um die Sendung Zur Sache Baden-Württemberg, die am 19. Februar ausgestrahlt wurde und sich mit Wohnungsfragen befasste. Vertreten waren die CDU, die Grünen, die AfD und die SPD – die FDP blieb jedoch unberücksichtigt. Rülke verurteilte diese Entscheidung als eine Mischung aus "Ignoranz, Inkompetenz und Voreingenommenheit" und forderte eine sofortige Einladung für den Wohnungsbauexperten seiner Partei.
Der Konflikt eskalierte, nachdem ein internes Video vom 12. Februar an die Öffentlichkeit gelangt war, in dem ein SWR-Mitarbeiter angeblich erklärte, nur die "vier größten Fraktionen" im Landtag würden eingeladen. Die FDP verfügt derzeit über 18 Sitze – im Vergleich zu den Grünen (58), der CDU (42) und der SPD (19). Die Partei argumentiert, die Auswahlpraxis des SWR spiegle nicht ihre tatsächliche Stärke wider, zumal Überhangmandate die Gesamtzahl der Sitze bereits über die reguläre Basis von 120 hinaus erhöht hätten.
Die aktuelle Auseinandersetzung ist nur der jüngste Höhepunkt in einer Reihe von Spannungen zwischen der FDP und dem SWR. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Partei erfolglos versucht, gerichtlich eine Teilnahme an einer TV-Debatte durchzusetzen.
Mit seinem Aufruf zu offiziellen Beschwerden treibt Rülke die Konfrontation weiter voran. Die FDP besteht darauf, dass die Auswahlkriterien des SWR ihre reale Repräsentanz im Landtag nicht angemessen berücksichtigen. Der Sender hat sich zu den neuesten Forderungen bisher nicht geäußert.
Rechtlicher Konflikt vertieft sich, als Gerichte SWR-Ausschluss der FDP im Wohnungsdiskurs unterstützen
Die rechtliche Herausforderung der FDP gegen den Ausschluss der SWR aus einer Wohnungsdebatte wurde von den Gerichten abgelehnt. Wichtige Details sind:
- Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies Notanfragen am 12. Februar 2026 zurück.
- Das Verwaltungsgerichtshof (VGH) bestätigte diese Entscheidung am 24. Februar 2026 (Fallsnummer: 1 S 306/26).
- Die SWR rechtfertigte die Einbeziehung der AfD als die 'größte Oppositionspartei', obwohl die FDP 18 Sitze hat.






