31 January 2026, 00:56

Fanbetreuer vor Gericht: Wenn Schweigepflicht auf Strafandrohung trifft

Eine Gruppe von Menschen hält Schilder und Plakate vor einem Gebäude, während zwei Personen im Vordergrund sitzen und ein Müllcontainer rechts daneben steht, bei einer Demonstration in Deutschland.

Fanbetreuer vor Gericht: Wenn Schweigepflicht auf Strafandrohung trifft

Ein Rechtsstreit in Karlsruhe wirft Fragen über die Zukunft von Fanprojekten im deutschen Fußball auf. Drei Sozialarbeiter der lokalen Faninitiative sahen sich mit Geldstrafen und möglichem Arrest konfrontiert, nachdem sie sich weigerten, gegen eigene Klienten auszusagen. Der Fall geht auf einen Vorfall im November 2022 zurück, als bei einer großen Feuershow elf Personen verletzt wurden.

Die Probleme begannen, nachdem bei einer Feuershow in Karlsruhe elf Besucher verletzt worden waren. Die Behörden forderten später von den Sozialarbeitern des örtlichen Arbeitsamts eine Aussage. Die drei Mitarbeiter verweigerten diese jedoch mit der Begründung, dass Vertraulichkeit für ihre Arbeit unverzichtbar sei.

Die Staatsanwaltschaft warf ihnen daraufhin Justizbehinderung vor. Ein Gericht entschied zunächst gegen die Sozialarbeiter, die daraufhin in Berufung gingen. Ihre Strafen wurden später auf Beträge zwischen 1.500 und 3.150 Euro reduziert. Trotz der Zahlung betonten sie, dass dies kein Schuldeingeständnis sei.

Während des Prozesses wies der Richter darauf hin, dass der Fall politische Debatten über das Zeugnisverweigerungsrecht von Sozialarbeitern beeinflussen könnte. Die Betroffenen argumentierten, dass Vertrauen die Grundlage ihrer aufsuchenden Arbeit sei – insbesondere bei gefährdeten Personen. Würden sie zur Aussage gezwungen, könnten Klienten aus Angst vor Konsequenzen den Kontakt meiden, was die Fähigkeit der Projekte schwächen würde, Probleme wie Rassismus und Extremismus im Fußball zu bekämpfen.

Faninitiativen in ganz Deutschland spielen eine zentrale Rolle bei der Eindämmung von Rechtsextremismus und Diskriminierung in Stadien. Doch das Urteil brachte wenig Beruhigung. Bedenken hinsichtlich der persönlichen Haftung und langfristiger Vertrauensschäden zwischen Sozialarbeitern und ihren Klienten blieben bestehen.

Der Streit hat Fanprojekte und ihre Klienten verunsichert, was künftige Schutzmechanismen angeht. Sozialarbeiter betonen weiterhin, dass eine erzwungene Aussage Menschen davon abhalten könnte, Hilfe zu suchen. Ohne stärkere rechtliche Absicherung könnte die Wirksamkeit dieser Initiativen auf dem Spiel stehen.