Familienunternehmer-Verband ASU verliert Rückhalt bei Rossmann und Vorwerk
Gerfried ThiesFamilienunternehmer-Verband ASU verliert Rückhalt bei Rossmann und Vorwerk
Die Familienunternehmer
Lange bevor sie sich der AfD zuwandten, untergrub der Verband der Familienunternehmer Demokratie und Sozialstaat. Dass dies nun endlich Beachtung findet, ist ein guter Schritt.
- November 2025, 11:50 Uhr
Ein einflussreicher deutscher Wirtschaftsverband, die Vereinigung der Familienunternehmer (ASU), steht wegen ihres politischen Einflusses und umstrittenen Forderungen zunehmend in der Kritik. Mehrere bekannte Unternehmen, darunter Rossmann, Vorwerk, Fritzbox sowie der Unternehmer Harald Christ, haben sich kürzlich von der Organisation distanziert. Die Austritte folgen auf jahrelanges Lobbying, das nach Ansicht von Kritikern die Demokratie geschwächt und die soziale Ungleichheit in Deutschland verschärft hat.
Der Verband gibt vor, die Interessen von 180.000 familiengeführten Betrieben zu vertreten – doch tatsächlich sind nur 6.500 Unternehmen, also gerade einmal 0,2 Prozent, Mitglieder. Viele davon sind Milliardenschwere Konzerne wie Deichmann, Fielmann, Henkel oder Dr. Oetker, die sich als kleine Familienbetriebe inszenieren. Mit aggressivem Lobbying setzte sich die ASU für Erbschaftssteuerreformen ein, die Superreiche begünstigen, während sie Vermögenssteuern, Umweltauflagen und Lieferkettengesetze ablehnt.
Die Abkehr von Rossmann, Vorwerk, Fritzbox und anderen zeigt eine wachsende Unzufriedenheit mit der Ausrichtung des Verbands. Seine Lobbyerfolge haben Steuerpolitik und öffentliche Ausgaben umgestaltet – zugunsten einer kleinen Elite, während die Unterstützung für den sozialen Ausgleich erodiert. Da die politische Rückendeckung weiterhin besteht, wird der Einfluss der ASU auf die deutsche Politik voraussichtlich anhalten.