Experten warnen: Syrer-Rückkehr könnte deutsche Wirtschaft destabilisieren
Hans-Josef BeckmannExperten warnen: Syrer-Rückkehr könnte deutsche Wirtschaft destabilisieren
Wirtschaftsexperten stellen Bundeskanzler Friedrich Merzs Prognose infrage, wonach 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden. Ihre Analysen deuten stattdessen darauf hin, dass ein derartiger massenhafter Abgang die deutsche Wirtschaft schwächen könnte.
Viele Syrer, die derzeit in Deutschland leben, haben bereits Arbeitsplätze gefunden – ihr möglicher Weggang birgt daher reale Risiken für die Stabilität des Arbeitsmarktes. Forscher führender deutscher Wirtschaftsinstitute warnen, dass eine groß angelegte Rückkehr die bestehenden demografischen Herausforderungen verschärfen würde. Geraldine Dany-Knedlik vom DIW Berlin betonte, dass selbst ein beträchtlicher Abwanderung syrischer Arbeitskräfte das ohnehin schwache Wachstumspotenzial Deutschlands zusätzlich belasten könnte. Angesichts der alternden Belegschaften und niedriger Geburtenraten fehlt es dem Land bereits jetzt an Arbeitskräften, um offene Stellen zu besetzen.
Timo Wollmershäuser vom ifo Institut ergänzte, dass Zuwanderung bisher half, diesen demografischen Druck abzufedern. Ein plötzlicher Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung würde die Produktionskapazität Deutschlands verringern und es Unternehmen erschweren, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Die Erkenntnisse der Institute widersprechen damit direkt der optimistischen Einschätzung des Kanzlers zu freiwilligen Rückkehren.
Syrer in Deutschland haben zunehmend Zugang zum Arbeitsmarkt gefunden und tragen in Branchen mit Fachkräftemangel bei. Ihr Wegfall würde nicht nur die Zahl der Beschäftigten verringern, sondern auch Sektoren destabilisieren, die auf ihre Fähigkeiten und Erfahrungen angewiesen sind.
Der Bericht der Institute unterstreicht die wirtschaftlichen Risiken eines raschen Rückgangs der in Deutschland lebenden Syrer. Ohne ihren Beitrag könnte der Arbeitsmarkt noch stärker unter Druck geraten und das Wachstum weiter gebremst werden. Die Ergebnisse stellen zudem die Realisierbarkeit von Merzs Zeitplan für Rückführungen infrage.






