EU-Bürokratie bremst Solarprojekt in Brandenburg aus – und kostet Zehntausende
Hans-Josef BeckmannEU-Bürokratie bremst Solarprojekt in Brandenburg aus – und kostet Zehntausende
Solarprojekt in Südbrandenburg durch EU-Zögerlichkeit in finanzieller Schieflage
Ein Solarenergieprojekt im Süden Brandenburgs steht wegen Verzögerungen bei der EU-Genehmigung vor schweren finanziellen Rückschlägen. Die Agrar-Photovoltaikanlage des Unternehmens Energeno, die fast ein Megawatt Strom erzeugen soll, liegt weiterhin still, während auf eine Entscheidung der Europäischen Kommission gewartet wird. Die Verzögerung hat der bürgergetriebenen Initiative bereits tausende Euro an entgangenen Einnahmen gekostet.
Eigentlich sollte die Anlage bis Ende 2024 in Betrieb gehen. Ohne die notwendige Netzzulassung verpasste sie jedoch in der ersten Jahreshälfte 2024 die Erzeugung von geschätzten 465.000 Kilowattstunden Strom. Zum aktuellen Einspeisevergütungssatz hätte dies rund 35.000 Euro eingebracht. Bei der vorgeschlagenen – noch ausstehenden – höheren Vergütung, die Brüssel prüft, wären es fast 45.000 Euro gewesen, ein Unterschied von 10.000 Euro.
Die Europäische Kommission hat das deutsche Bundeswirtschaftsministerium für die Verzögerungen kritisiert und auf das Fehlen von Rückforderungsmechanismen wie Differenzverträge (Contracts for Difference, CfDs) hingewiesen. Gleichzeitig hat die Kommission selbst keinen Zeitplan für ihre Entscheidung vorgelegt. Unklar ist auch, ob eine mögliche Erhöhung der Vergütung rückwirkend oder erst ab dem Beschlussdatum gelten soll.
Energeno hat den Start der Anlage inzwischen verschoben – aus Sorge vor finanzieller Instabilität. Lukas Bühler, Vorstandsmitglied des Unternehmens, argumentiert, dass selbst der geplante Bonus von 2,5 Cent pro Kilowattstunde für Agrar-Photovoltaik zu niedrig sei, um die langfristige Wirtschaftlichkeit zu sichern. Die Unsicherheit lässt das Projekt in der Schwebe, ohne absehbare Lösung.
Die Verzögerung betrifft nicht nur Energeno, sondern potenziell auch andere Agrar-Photovoltaik-Projekte in ganz Deutschland. Ohne EU-Freigabe bleiben höhere Vergütungssätze für Agrar-PV und gewerbliche Dachsolaranlagen auf Eis. Je länger die Entscheidung auf sich warten lässt, desto größer wird der finanzielle Druck auf Erneuerbare-Energien-Initiativen, die auf diese Förderungen angewiesen sind.






