Energiewende: Streit um konventionelle Kraftwerke spaltet deutsche Politik
Gerd BuchholzEnergiewende: Streit um konventionelle Kraftwerke spaltet deutsche Politik
Deutschlands politische Parteien bleiben uneins über die Rolle konventioneller Kraftwerke in der Energiewende. Zwar dominieren erneuerbare Energien inzwischen den Strommix, doch die Diskussion darüber, wie Versorgungslücken zu schließen sind, wenn Wind- und Solarstrom nicht ausreichen, hält an. Die Vorschläge reichen von modernen Gaskraftwerken bis zum Kohleausstieg – doch Sorgen um Kosten und Wirtschaftlichkeit bleiben bestehen.
Die Grünen setzen auf einen raschen Wandel und fordern moderne Gasturbinen, um die Versorgung zu stabilisieren, während gleichzeitig alle Kohle- und Braunkohlekraftwerke bis 2030 abgeschaltet werden sollen. Die Linke hingegen schlägt kommunale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen vor, um Engpässe zu überbrücken, und strebt einen Kohleausstieg bis 2040 an.
Die SPD erkennt zwar den Bedarf an Brückentechnologien an, setzt aber vor allem auf Steinkohle- und Gaskraftwerke als Übergangslösung. Die Union (CDU/CSU) hingegen will die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen durch höhere Börsenstrompreise stärken, um konventionelle Kraftwerke rentabel zu halten.
Die FDP befürwortet zwar hochmoderne konventionelle Kraftwerke, warnt aber, dass der von Frankreich geplante Kapazitätsmarkt deren finanzielle Tragfähigkeit gefährden könnte. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, betont, dass der Ausbau der Erneuerbaren, der Netzausbau und die Anpassung konventioneller Kraftwerke im Gleichgewicht bleiben müssten, um die Energiewende bezahlbar zu gestalten.
Doch die niedrigen Strompreise haben bereits dazu geführt, dass viele konventionelle Kraftwerke unwirtschaftlich geworden sind – was die Suche nach einer nachhaltigen Reserveoption zusätzlich erschwert.
Da weder bei den Kosten noch bei der Rentabilität Einigkeit herrscht, bleibt Deutschlands Energiestrategie ungewiss. Zwar wachsen die Erneuerbaren weiter, doch die Debatte darüber, wie eine zuverlässige Backup-Versorgung gesichert werden kann, zieht sich hin. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gelöst werden können.






