Eltern zahlen für Tablets: Wie Schulen die digitale Bildung selbst in die Hand nehmen
Hans-Josef BeckmannEltern zahlen für Tablets: Wie Schulen die digitale Bildung selbst in die Hand nehmen
Elternfinanzierte Tablet-Programme beschleunigen digitale Bildung an deutschen Schulen
Immer mehr Schulen in Deutschland setzen auf elternfinanzierte Tablet-Initiativen, um die Digitalisierung des Unterrichts voranzutreiben. Da staatliche Fördergelder oft unzuverlässig fließen, greifen viele Bildungsträger auf dieses Modell zurück, um jede Schülerin und jeden Schüler mit einem eigenen Gerät auszustatten. Der Ansatz hat sich seit 2020 durchgesetzt: Rund 80 Prozent der mit Tablets ausgestatteten Klassen nutzen ihn bereits.
Das Konzept funktioniert durch eine Kostenbeteiligung von Eltern, Schulen und Kommunalbehörden. Familien können Zubehör selbst auswählen und die Geräte sowohl für schulische als auch private Zwecke nutzen. Sozial gestaffelte Zahlungsmodelle verteilen die Belastung und vermeiden hohe Einmalzahlungen.
Bildungsträger beteiligen sich in der Regel mit etwa 100 Euro pro Gerät, um die Teilnahme zu fördern. Diese geteilte Finanzierung sorgt für planbare Haushalte, entlastet die kommunalen Kassen und verkürzt bürokratische Verfahren. Zudem entfällt das oft langwierige öffentliche Ausschreibungsverfahren – die Technik lässt sich so schneller einführen.
Die ACS Group GmbH hat dieses Modell weiterentwickelt, um digitales Lernen zugänglicher zu machen. Wie Geschäftsführer Moritz Zeman erklärt, übernehmen viele Schulträger selbst die Initiative, da die Bundesförderung unsicher ist. Der Zerfall der Ampelkoalition wirft Fragen zur Haushaltsplanung 2025 und zum DigitalPakt 2.0 auf – Schulen suchen daher nach eigenständigen Lösungen.
Um Lehrkräfte zu entlasten, wird empfohlen, das Gerätemanagement an externe Mobile-Device-Management-Systeme (MDM) auszulagern. Diese übernehmen Jugendschutz, Cybersicherheit und Wartung, sodass der Schulbetrieb reibungslos läuft, ohne zusätzlichen Aufwand für das Lehrpersonal.
Das elternfinanzierte Modell hat sich in den vergangenen fünf Jahren rasant verbreitet und bewährt sich besonders in finanziell unsicheren Zeiten. Durch die Kombination aus Familienbeiträgen und institutioneller Unterstützung können Schulen eine Eins-zu-eins-Ausstattung gewährleisten – bei stabilen Haushalten. Der Erfolg des Systems deutet darauf hin, dass es eine zentrale Säule der digitalen Bildung in Deutschland bleiben wird.






