Ellwangen schließt Flüchtlingsunterkunft – und plant 1.800 neue Wohnungen auf dem Gelände
Gerd BuchholzEllwangen will Apartments - Berlin-Kaserne - Ellwangen schließt Flüchtlingsunterkunft – und plant 1.800 neue Wohnungen auf dem Gelände
Ellwangen bereitet Schließung der Landeserstaufnahme für Geflüchtete bis Jahresende vor
Bis Ende des Jahres soll in Ellwangen die staatliche Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) für Geflüchtete geschlossen werden. Sieben ehemalige Betriebsgebäude auf dem Gelände dienten bisher als Unterkunft für Neuankömmlinge, doch der Betrieb wird nun schrittweise reduziert. Die Stadt hat konkrete Pläne für die Nachnutzung des Areals, sobald die Einrichtung ihre Türen schließt.
Die Zukunft des Standorts wird seit Monaten diskutiert. Lokale Verantwortliche lehnten Vorschläge für eine militärische Nutzung ab und setzen stattdessen auf Wohnraumentwicklung. Nach dem Auszug der Geflüchteten soll das Gelände in den kommenden Jahren in Wohnungen für bis zu 1.800 Menschen umgewandelt werden.
Unterdessen hat das Verteidigungsministerium die Umwidmung von Militärliegenschaften für zivile Zwecke vorläufig gestoppt. Von dieser Entscheidung sind mehrere Standorte in Baden-Württemberg betroffen – darunter auch Stuttgart und Cologne. In Essen sollten die Bleidorn-Kasernen, die noch unter Kontrolle der Bundeswehr stehen, eigentlich bis Jahresende freigegeben werden. Doch der Stopp verzögert nun diese Pläne.
Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher (CDU) treibt indes das städtische Wohnprojekt voran. Trotz der bundesweiten Aussetzung von Konversionen militärischer Flächen halten die lokalen Behörden an ihrem eigenen Zeitplan für die Umnutzung fest.
Mit der Schließung der Erstaufnahme beginnt für Ellwangen das Wohnbauprojekt. Da eine militärische Nachnutzung vom Tisch ist, kann die Stadt ihre Pläne nun umsetzen. Die Sperre des Verteidigungsministeriums führt jedoch an anderen Standorten der Region zu Verzögerungen.