Elektroauto-Boom scheitert an mangelnder Ladeinfrastruktur in Deutschland
Hans-Josef BeckmannElektroauto-Boom scheitert an mangelnder Ladeinfrastruktur in Deutschland
Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland steigt stark – doch Ladeinfrastruktur bleibt lückenhaft
Angesichts steigender Ölpreise aufgrund der Spannungen im Iran ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Deutschland deutlich angestiegen. Doch das Netz an Ladestationen bleibt ungleich verteilt, sodass viele Regionen ohne Zugang bleiben. Fast 42 Prozent der deutschen Gemeinden verfügen nach wie vor über keine einzigen öffentlich zugänglichen Ladesäulen.
Laut aktuellen Zahlen vom 25. Mai 2026 haben 4.548 von 10.775 Gemeinden keine öffentlichen Ladestationen. Besonders eklatant sind die Unterschiede zwischen Ost und West: Im Osten hat jede zweite Kommune keine Ladeinfrastruktur, im Westen ist es nur jede vierte.
Einige Bundesländer sind bereits flächendeckend versorgt, darunter Bremen, Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und das Saarland. Andere hinken jedoch weit hinterher: In Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein liegt die Abdeckung bei unter 41 Prozent. Größere Städte schneiden besser ab – 99 Prozent der Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern bieten mindestens eine öffentliche Ladesäule.
Die Bundesregierung hat mit neuen Fördermaßnahmen reagiert: Seit Januar erhalten Haushalte, die ein Elektroauto kaufen, Zuschüsse zwischen 1.500 und 6.000 Euro. Dennoch kritisieren Politiker wie Dietmar Bartsch von der Linken die anhaltenden Ungleichheiten beim Zugang zu Ladestationen.
Die ungleiche Verteilung der Ladeinfrastruktur bremst den Umstieg Deutschlands von Benzin- und Dieselautos auf Elektromobilität weiter aus. Da fast die Hälfte aller Gemeinden noch immer ohne öffentliche Ladestationen auskommen muss, bleibt dies ein zentrales Hindernis für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Zwar sollen die staatlichen Kaufprämien die Nachfrage ankurbeln – doch die Mängel im Ladesäulennetz harren weiterhin einer Lösung.






