Dorothee Bär glänzt mit Karnevals-Witz und schickt Söder zum Mond
Brigitta SchülerDorothee Bär glänzt mit Karnevals-Witz und schickt Söder zum Mond
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär ist bei der rheinischen Karnevalsgala mit dem Orden Gegen tödlichen Ernst ausgezeichnet worden. Die CSU-Politikerin hielt in Astronauten-Kostüm eine verspielte Rede in Reimform und scherzte dabei, Parteichef Markus Söder solle doch zum Mond geschickt werden.
Die für ihren satirischen Ton bekannte Veranstaltung bot auch Ricarda Lang, ehemalige Co-Vorsitzende der Grünen, eine Bühne – verkleidet als außerirdisches Wesen. In ihrem Auftritt warb sie für mehr Zusammenhalt unter den demokratischen Parteien.
Bärs Dankesrede bestach durch Witz und Kreativität: Sie verglich die Weite des Weltalls mit der Atmosphäre eines CSU-Parteitags. Mit Augenzwinkern schlug die Ministerin vor, ihr "Chef" Markus Söder könnte eine Reise mit einer Mondrakete gut gebrauchen.
Vizekanzler Lars Klingbeil lobte später Bärs starke regionale Verwurzelung und ihren Ruf als querdenkende Vordenkerin. "Wir brauchen mehr Bär", betonte er und hob ihre Rolle hervor, eine zuversichtliche politische Vision zu prägen. Klingbeil bezeichnete sie als markante Stimme in der CSU, die der Partei frischen Schwung verleihe.
Die Gala hat Tradition darin, Politiker mit Humor zu ehren. Frühere Preisträger des Humor und Menschlichkeit im Amt-Preises waren unter anderem Helmut Kohl (1976) und Norbert Blüm, die später Bundesminister wurden. In diesem Jahr steuerte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit einem Scherz bei: Er erinnerte daran, wie Ex-Parteichef Armin Laschet einst mit High Heels im Bundestag aufgetreten sei.
Das ARD zeigt am Montagabend in den Tagesthemen Ausschnitte der Veranstaltung.
Die Karnevalsgala unterstrich einmal mehr die Verbindung von Politik und Satire. Bärs Auszeichnung festigt ihren Ruf, ernsthafte Politik mit Leichtigkeit zu verbinden. Die Ausstrahlung wird die Reden und Kostüme des Abends in dieser Woche einem größeren Publikum zugänglich machen.