31 March 2026, 10:25

Dieselpreise bedrohen Busverkehr in ländlichen Regionen Deutschlands

Liniengraph, der den US-Dieselverkaufspreis von 1990 bis 2020 mit mehreren farbigen Linien auf einem weißen Hintergrund zeigt.

Dieselpreise bedrohen Busverkehr in ländlichen Regionen Deutschlands

Öffentliche Verkehrsbetriebe in Deutschland stehen vor schweren finanziellen Belastungen, da die Kraftstoffkosten weiter steigen. Der starke Anstieg der Dieselpreise, angetrieben durch globale Lieferengpässe und neue Steuern, bringt einige Busunternehmen an den Rand der Pleite. Branchenvertreter warnen nun, dass vor allem in ländlichen Regionen Strecken gestrichen werden könnten, wenn nicht schnell gehandelt wird.

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Die Krise begann, nachdem der Ukraine-Krieg Anfang 2022 die Ölversorgung beeinträchtigt hatte. Die Dieselpreise schossen in die Höhe, wobei der Ölpreis zeitweise auf etwa 130 US-Dollar pro Barrel kletterte, bevor er sich leicht entspannte. Im April 2025 lagen die Kraftstoffkosten im Schnitt bei 159,1 Cent pro Liter, stiegen dann bis März 2026 auf 216,2 Cent – unter anderem wegen der im Januar 2025 eingeführten CO₂-Steuer. Die monatlichen Spritkosten für Busunternehmen belaufen sich mittlerweile auf sechsstellige Beträge und verschärfen den finanziellen Druck, der seit der COVID-19-Pandemie besteht.

Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland ist stark von staatlichen Zuschüssen abhängig, wobei der Bund jährlich rund 12 Milliarden Euro beisteuert. Doch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) warnt, dass dies künftig nicht mehr ausreichen könnte. Alexander Möller, Hauptgeschäftsführer des VDV, fordert stärkere politische Unterstützung, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Fahrpreise stabil zu halten. Die Länder schätzen, dass bis 2031 zusätzlich 14 Milliarden Euro nötig sein werden, um das aktuelle Angebot zu sichern.

Besonders kleine Betreiber sind gefährdet. Der Landesverband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO) warnt, dass ländliche Linien gestrichen werden müssten, sollten die Kosten weiter unerschwinglich bleiben. Ohne Gegenmaßnahmen könnten einige Unternehmen sogar komplett schließen – mit der Folge, dass ganze Regionen ohne wichtige Verkehrsanbindungen dastehen.

Die explodierenden Spritpreise bedrohen das deutsche Nahverkehrsnetz, vor allem in dünn besiedelten Gebieten. Die Betreiber drängen auf höhere Zuschüsse, um Streckenstilllegungen und Betriebsschließungen zu verhindern. Ohne zusätzliche Hilfe müssen sich Fahrgäste in den kommenden Jahren auf weniger Verbindungen und höhere Ticketpreise einstellen.

Quelle