11 January 2026, 00:39

Die Grünen wollen mit Jugendforum verlorene Generation Z zurückgewinnen

Ein Kind in einem grünen T-Shirt steht links auf einem Rasen, während drei Personen rechts auf demselben Rasen sitzen.

Grüne wollen in Zukunft von jungen Leuten beraten werden - Die Grünen wollen mit Jugendforum verlorene Generation Z zurückgewinnen

Die Grünen in Deutschland drängen auf eine stärkere Einbindung junger Menschen in die Politik, nachdem die Partei bei der Bundestagswahl 2025 Schwierigkeiten hatte, junge Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Geplant ist die Einrichtung eines ständigen Jugendforums, um sicherzustellen, dass die politischen Vorhaben der Partei die Anliegen der jüngeren Generationen widerspiegeln.

Nur zehn Prozent der 18- bis 24-Jährigen stimmten im vergangenen Jahr für die Grünen, während Konkurrenzparteien wie die Linke und die rechtspopulistische AfD in derselben Altersgruppe deutlich mehr Zuspruch erhielten.

Das neue Jugendforum soll als unabhängiges Beratungsgremium fungieren und politische Vorschläge aus der Perspektive junger Menschen bewerten. Zu den diskutierten Themen gehören ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder, die Wiedereinführung der Wehrpflicht, Chancengleichheit sowie Reformen des Sozialstaats. Die Grünen wollen Entscheidungen auf Basis realer Bedürfnisse treffen – und nicht auf Annahmen.

Die Partei beabsichtigt zudem, eng mit Jugendorganisationen, -räten und -initiativen zusammenzuarbeiten, um eine vielfältige Vertretung zu gewährleisten. Misbah Khan, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, betonte, dass zukunftsweisende Entscheidungen die Stimmen der Jugend nicht ignorieren dürften.

In Baden-Württemberg hat der grüne Spitzenkandidat Winfried Kretschmann für den Fall seiner Wiederwahl einen Jugendbeirat im Staatsministerium angekündigt. Die Partei präsentiert sich als Kraft, die eine nachhaltige Zukunft gestalten will – im Gegensatz zu Konkurrenten, denen sie vorwirft, zentrale Herausforderungen zu vernachlässigen.

Auch Cem Özdemir, ein weiterer grüner Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, unterstrich dieses Engagement. Er argumentierte, dass eine institutionalisierte Jugendbeteiligung verhindere, dass Politik ohne die Mitsprache junger Menschen gemacht werde.

Die Vorschläge der Grünen kommen nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Wahl 2025, das eine schwache Unterstützung unter jungen Wählerinnen und Wählern offenlegte. Das Jugendforum und der Beirat sollen Unter-25-Jährigen eine direkte Mitgestaltung bei politischen Entscheidungen ermöglichen.

Sollten diese Maßnahmen umgesetzt werden, würde dies einen Wandel in der Art und Weise markieren, wie die Partei künftig mit jüngeren Generationen im Vorfeld von Wahlen zusammenarbeitet.