10 May 2026, 22:21

DGB attackiert Regierungsreformen: "Arbeitnehmer zahlen die Zeche"

Große Menschenmenge vor einem Gebäude protestierend, einige halten Schilder und tragen Helme, mit einem Mast und Schild im Vordergrund und einem Baum im Hintergrund.

DGB attackiert Regierungsreformen: "Arbeitnehmer zahlen die Zeche"

Deutschlands größter Gewerkschaftsbund DGB übt scharfe Kritik an Regierungsreformen

Vor seinem Bundeskongress in Berlin hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die jüngsten Reformpläne der Bundesregierung scharf verurrteilt. In einem Entwurf für eine Resolution äußert die Organisation tiefe Besorgnis über geplante Änderungen im Arbeitsrecht, im Gesundheitswesen und bei der Rente. Ab Sonntag kommen Delegierte zusammen, um über diese Themen und die Haltung des DGB zu den aktuellen politischen Vorhaben zu beraten.

Die DGB-Führung richtet ihre Kritik insbesondere gegen die Reformvorschläge von CDU/CSU und SPD. Laut dem Resolutionsentwurf stoßen Maßnahmen wie die einmalige Prämie von 1.000 Euro oder der Spritrabatt auf wenig Zustimmung. Stattdessen betont der DGB, dass Beschäftigte weiterhin die größten Lasten tragen, während sich viele Unternehmen ihren Verpflichtungen entziehen.

Das Papier warnt zudem vor einem Rückbau zentraler Arbeitnehmerschutzrechte. Pläne, den Arbeitstag über acht Stunden hinaus zu verlängern, Feiertage abzuschaffen oder die Regeln zu ungerechtfertigten Kündigungen und Teilzeitarbeit zu lockern, stoßen auf vehementen Widerstand. Ein weiteres großes Problem sieht der DGB in der Einführung einer teilweisen Krankschreibung, die seiner Meinung nach mehr Beschäftigte dazu drängen könnte, trotz Krankheit zu arbeiten.

Im Gesundheitsbereich verweist die Resolution auf ein wachsendes Ungleichgewicht: Versicherte müssen steigende Kosten tragen, doch die finanzielle Belastung wird nicht gerecht verteilt. Zudem lehnt der DGB Kürzungen bei der gesetzlichen Rente ab und fordert stattdessen ein stabiles und schrittweise steigendes Rentenniveau.

Über die konkreten Politikvorhaben hinaus wirft der DGB der Bundesregierung vor, durch interne Streitigkeiten gelähmt zu sein. Der Resolutionsentwurf beschreibt ein Klima der Zerrissenheit, das Fortschritte in der Arbeits- und Sozialpolitik gefährde.

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Auf dem Bundeskongress in Berlin, der am Sonntag beginnt, wird der DGB diese Kritikpunkte prüfen und die Ausrichtung der Organisation für das kommende Jahr festlegen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Schutz der Arbeitnehmerrechte und die Abwehr von Reformen, die als ungerecht empfunden werden. Das Ergebnis könnte die Lobbyarbeit des DGB und sein Verhältnis zu den politischen Entscheidungsträgern in den nächsten Monaten maßgeblich prägen.

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