Deutschlandticket soll 5,8 Millionen neue Nutzer:innen gewinnen – doch der Preis steigt
Hans-Josef BeckmannDeutschlandticket soll 5,8 Millionen neue Nutzer:innen gewinnen – doch der Preis steigt
Deutschlands 49-Euro-MonatsTicket startete am 1. Mai 2023 – und ermöglichte seitdem bundesweit unbegrenzte Fahrten im Regional- und Nahverkehr. Das Angebot zog zunächst 14,5 Millionen Nutzer:innen an und vereinfachte das Tarifsystem deutlich. Nun sollen gezielte Kampagnen und die Rückgewinnung ehemaliger Fahrgäste die Abonnentenzahl um fast sechs Millionen steigern.
Das Ticket wurde konzipiert, um den Kraftstoffverbrauch jährlich um mindestens 500 Millionen Liter zu senken. Seine Einführung folgte auf den Erfolg des 9-Euro-Tickets im Jahr 2022, das auf große Nachfrage stieß. Doch während das aktuelle 49-Euro-Ticket in den letzten Monaten kaum Wachstum verzeichnete, belastet es gleichzeitig die Haushalte der Verkehrsbetriebe.
Zur Finanzierung steuern Bund und Länder jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bei, um die Einnahmeausfälle der Anbieter auszugleichen. Dennoch stieg der Preis 2024 auf 63 Euro an; ab 2027 sind weitere jährliche Anpassungen geplant.
Kommunen und Verkehrsverbände fordern unterdessen einen massiven Ausbau des Regionalverkehrs. Sie argumentieren, dass ein dichteres Netz die Attraktivität des Tickets landesweit erhöhen würde. Parallel dazu hat die Bundesregierung vom 1. Mai bis 30. Juni erneut eine temporäre Kraftstoffsubvention eingeführt, um Autofahrer:innen zu entlasten.
Durch erneute Werbeoffensiven und die Wiederansprache früherer Kund:innen könnten bis zu 5,8 Millionen zusätzliche Abonnements aktiviert werden. Das Deutschlandticket bleibt ein zentrales Instrument, um den Spritverbrauch zu reduzieren und den ÖPNV zu vereinfachen. Sein langfristiger Erfolg hängt jedoch von verbesserten Leistungen und einer dauerhaften Finanzierung ab.






