04 March 2026, 01:17

Deutschland schiebt letzten verurteilten Taliban aus Illerkirchberg-Fall nach Afghanistan ab

Eine Collage von Fotos von Frauen und Kindern in Afghanistan, die eine humanitäre Krise darstellen: eine Frau mit einem Baby und einem Wasserkrug, zwei Frauen und zwei Kinder, die sitzen und lächeln, und eine Frau mit einem Kind im Vordergrund mit Fahrzeugen und Polen im Hintergrund.

Letzter Illerkirchberg-Vergewaltiger abgeschoben - Deutschland schiebt letzten verurteilten Taliban aus Illerkirchberg-Fall nach Afghanistan ab

Deutschland hat den letzten verurteilten Taliban im Fall der Gruppenvergewaltigung von Illerkirchberg aus dem Jahr 2019 nach Afghanistan abgeschoben. Der 22-Jährige gehörte zu 20 afghanischen Taliban, die mit einem Charterflug von Leipzig nach Kabul gebracht wurden. Dies ist die erste direkte Abschiebung im Rahmen eines neuen bilateralen Abkommens mit den Taliban.

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Der Mann hatte mehrere Jahre im Gefängnis für seine Beteiligung an der Gruppenvergewaltigung einer Minderjährigen in Illerkirchberg verbüßt. Vier Taliban waren in dem Fall verurteilt worden – alle wurden inzwischen abgeschoben.

Zusammen mit ihm wurden zwei weitere Verurteilte aus Baden-Württemberg in ihre Heimat zurückgeführt. Unter den Abgeschobenen befanden sich Personen, die wegen Sexualdelikten, Körperverletzung und Drogenstraftaten verurteilt worden waren.

Es handelte sich um den ersten Charterflug, der direkt mit den Taliban organisiert wurde, ohne Beteiligung Drittländer. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 hatte Deutschland Abschiebungen nach Afghanistan aus Menschenrechtsbedenken ausgesetzt. Zwischen 2021 und Februar 2026 waren unter den bisherigen Regelungen keine Taliban aus Baden-Württemberg zurückgeführt worden.

Mit der Abschiebung ist die Ausreise aller vier im Illerkirchberg-Fall verurteilten Taliban abgeschlossen. Gleichzeitig setzt sie einen Präzedenzfall für künftige direkte Überstellungen im Rahmen der neuen Vereinbarung mit den Taliban. In den fünf Jahren vor diesem Flug hatten keine weiteren Abschiebungen stattgefunden.