Bürgerbusse in Baden-Württemberg: Wie 300 Projekte die ländliche Mobilität revolutionieren
Hans-Josef BeckmannBürgerbusse in Baden-Württemberg: Wie 300 Projekte die ländliche Mobilität revolutionieren
Baden-Württemberg feiert ein Jahrzehnt Bürgerbusse und gemeinsame Mobilitätsangebote
Seit 2015 gibt es in Baden-Württemberg Bürgerbusse und geteilte Verkehrsangebote – damals mit rund 100 Projekten gestartet, sind daraus heute fast 300 Initiativen geworden. Entscheidend für diesen Ausbau war die Landesförderung, die dafür sorgt, dass auch ländliche Bewohnerinnen und Bewohner mobil und verbunden bleiben.
Den Anfang machte 2015 eine staatliche Initiative, die lokale Verkehrsprojekte mit finanzieller und fachlicher Unterstützung ausstattete. Bürgerbusse, Rufshuttles und ehrenamtliche Fahrdienste entwickelten sich schnell zu unverzichtbaren Angeboten – vor allem in strukturschwachen Regionen. 2018 kam dann ein Zuschuss für Verwaltungskosten hinzu, um die langfristige Zukunft der ehrenamtlich betriebenen Dienste zu sichern.
Während der Corona-Pandemie halfen 2020 und 2021 Härtefallzahlungen, die Angebote am Laufen zu halten. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte später, dass fast ein Drittel der Fahrgäste ohne diese Verkehrsangebote Schwierigkeiten hätte, wichtige Termine wahrzunehmen. Im selben Jahr wurde das Förderprogramm ausgeweitet: Es übernimmt seitdem mehr Kosten, vereinfacht Anträge und entlastet die Kommunen. Die RegioClusterAgentur für Innovation und Transformation (RCA BW) trieb die Reformen 2023 voran – gemeinsam mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg, um die Unterstützung effizienter zu gestalten. Parallel richtete die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) ein eigenes Beratungsteam ein, das Ehrenamtliche unterstützt. Verkehrsminister Winfried Hermann betont die übergreifende Bedeutung dieser Dienste: Sie seien „mehr als nur Verkehr“ – sie stärkten den Zusammenhalt und knüpften soziale Netze.
Zehn Jahre nach dem Start wächst das Netz der Bürgerverkehrsangebote in Baden-Württemberg weiter. Mit fast 300 aktiven Projekten bleiben Landesförderung und Beratung unverzichtbar. Die Dienste sichern nicht nur die Mobilität im ländlichen Raum, sondern fördern auch lokale Verbindungen und beugen Vereinsamung vor.