Bundestagswahl 2024: Wie Spätaussiedler und Russlanddeutsche ihre Stimme nutzen
Brigitta SchülerBundestagswahl 2024: Wie Spätaussiedler und Russlanddeutsche ihre Stimme nutzen
Am 26. September findet in Deutschland die Bundestagswahl statt, bei der indirekt ein neuer Bundeskanzler oder eine neue Bundeskanzlerin gewählt wird. Zum ersten Mal seit 16 Jahren wird Angela Merkel nicht auf dem Wahlzettel stehen. Rund 1,5 Millionen (Spät-)Aussiedler und russlanddeutsche Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, die heute in Deutschland leben, sind wahlberechtigt – wie viele von ihnen sich neu in die Wählerverzeichnisse eingetragen haben, bleibt jedoch unklar.
Die Wähler in Deutschland geben zwei Stimmen ab: eine für die Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis und eine für eine politische Partei. Unter den (Spät-)Aussiedlern und russlanddeutschen Zuwanderern zeigt sich ein deutlicher Unterschied im politischen Engagement zwischen den Generationen. Die ältere Generation, die längere Zeit unter autoritären Regimen lebte, interessiert sich oft weniger für politische Debatten. Die mittlere Altersgruppe (31 bis 59 Jahre) setzt sich hingegen besonders für bessere Kinderbetreuung und einen höheren Mindestlohn ein. Die ältesten Wähler legen Wert auf Rentenpolitik und Bildung.
Die jüngste Gruppe (18 bis 30 Jahre) nimmt eine aktivere Haltung ein. In Deutschland geboren, fordern sie vor allem Digitalisierung, moderne Infrastruktur, Lohngerechtigkeit und eine ambitionierte Klimapolitik. Unabhängig vom Alter blicken die Befragten jedoch mit Sympathie auf Merkels Amtszeit zurück und erinnern sich positiv an ihre Führung.
Die Wahl markiert einen Einschnitt, da Merkel sich aus der Politik zurückzieht. Die verschiedenen Generationen der (Spät-)Aussiedler und russlanddeutschen Wähler bringen unterschiedliche Prioritäten an die Wahlurnen. Ihre Entscheidungen werden in den kommenden Jahren die Politik in den Bereichen Löhne, Klima, Renten und digitale Reformen mitprägen.






