Brandenburger Grundschule wird "Schule ohne Rassismus" – trotz AfD-Klage
Gerfried ThiesBrandenburger Grundschule wird "Schule ohne Rassismus" – trotz AfD-Klage
Die Grundschule Bestensee in Brandenburg wird bald offiziell als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ anerkannt. Die Entscheidung stößt sowohl auf starke Unterstützung als auch auf juristischen Widerstand einer lokalen Elterninitiative.
Die Schulleitung hatte vorgeschlagen, dem Netzwerk beizutreten, das sich für Antirassismus und demokratische Werte einsetzt. Eine Abstimmung wurde durchgeführt, an der sich 92 Prozent der Schulgemeinschaft beteiligten. Davon stimmten 78 Prozent für den Beitritt – und übertrafen damit die erforderliche 70-Prozent-Hürde.
Eine von einem Mitglied der rechtsextremen AfD angeführte Elterninitiative klagte gegen das Vorhaben. Der Initiator warf dem „Courage-Netzwerk“ vor, gegen die Neutralitätspflicht zu verstoßen, und reichte beim Verwaltungsgericht Cottbus Klage gegen die Bildungsbehörde ein. Diese wies die Vorwürfe zurück und berief sich auf den Beutelsbacher Konsens. Demnach dürften demokratische Debatten nicht unterdrückt werden, und Neutralität gelte nicht gegenüber verfassungsfeindlichen Positionen.
Die Initiative „Schule ohne Rassismus“ hatte zuvor einen Artikel veröffentlicht, der Schulen unterstützt, die AfD-Politiker von Diskussionen ausschließen. Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann besuchte die Schule, um die Entscheidung der Schulleitung öffentlich zu befürworten.
Trotz der anhängigen Klage soll die Schule ihre neue Auszeichnung erhalten. Die klare Haltung der Bildungsbehörde und der Besuch des Ministers signalisieren deutliche institutionelle Rückendeckung. Über die Klage der Elterninitiative wird weiterhin vor Gericht verhandelt.






