Boris Palmer gesteht: Seine Entschuldigungen waren nur taktische Manöver
Hans-Josef BeckmannWarum Bürgermeister Palmer einige seiner Bemerkungen bereut - Boris Palmer gesteht: Seine Entschuldigungen waren nur taktische Manöver
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer sorgt einmal mehr mit seiner kompromisslosen Haltung zu vergangenen Kontroversen für Schlagzeilen. Bekannt für seine scharfen Äußerungen, räumte er kürzlich ein, dass viele seiner Entschuldigungen nicht aufrichtig gemeint waren – sie dienten lediglich dazu, politische Folgen einzudämmen. Trotz jahrelanger Kritik beharrt er darauf, keine seiner Aussagen zu bereuen.
Erstmals geriet Palmer 2021 in die bundesweite Kritik, nachdem er in einem Facebook-Post das N-Wort verwendet hatte. Der Vorfall reiht sich ein in eine lange Liste provokanter Äußerungen, insbesondere zur Flüchtlingspolitik, die viele als rassistisch einordnen. Seit seinem Amtsantritt 2007 sorgt sein ungestümer Stil immer wieder für Empörung.
2021 verließ er die Grünen und amtiert seitdem als parteiloser Oberbürgermeister. Zwar unterstützte er Cem Özdemir (Grüne) bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, doch seine jüngste Äußerung in der Sendung Markus Lanz – die CDU solle in Sachsen-Anhalt eine Koalition mit der AfD in Betracht ziehen – vertiefte die Gräben. Aktuell ist er keiner Partei oder Gruppierung verbunden und bleibt unabhängig.
Zwar gibt Palmer zu, gelegentlich zu weit gegangen zu sein, doch kritisiert er, was er als "öffentliche Demontage" von Persönlichkeiten bezeichnet, bis diese sich entschuldigen. Seine eigenen Entschuldigungen seien rein taktisch gewesen, um weiteren Schaden abzuwenden – nicht aus echter Reue. In letzter Zeit hat sich sein Ton jedoch gemildert, provokante Aussagen bleiben im Vergleich zu früheren Jahren aus.
Spekulationen, Palmer könnte als Minister in die Landesregierung wechseln, hatten zugenommen. Doch nun bestätigte er, im Amt des Tübingener Oberbürgermeisters zu bleiben – und beendete damit Gerüchte über eine Kabinettsrolle.
Palmers Weigerung, frühere Aussagen zurückzunehmen, unterstreicht seinen trotzig-unbeugsamen Politikstil. Dass er sich jüngst weniger konfrontativ äußert, hat seine Kritiker kaum besänftigt. Vorerst konzentriert er sich auf sein Amt in Tübingen, doch sein Einfluss auf die übergeordneten Debatten bleibt bestehen.






