21 January 2026, 14:58

Betrunkener Schiedsrichter wird zur Bremer Fußball-Legende – dank eines Malteser-Likörs

Ein Mann in Schiedsrichterkleidung steht auf einem Fußballfeld, umgeben von einem Zaun und Bäumen im Hintergrund, trägt Fußballschuhe.

Betrunkener Schiedsrichter wird zur Bremer Fußball-Legende – dank eines Malteser-Likörs

Ein skurriles Fußballspiel 1975 machte Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder zur lokalen Legende. Am 8. November jenes Jahres leitete er ein Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Hannover 96 – sichtbar angetrunken. Sein seltsames Verhalten während der Partie versetzte Spieler und Fans in Erstaunen, sorgte aber auch für Heiterkeit.

Mit der Zeit wurde der Vorfall Teil der Bremer Fußballfolklore. Heute bedeutet es in der Stadt, einen „Ahlenfelder“ zu bestellen, ein Bier mit einem Schuss Malteser-Likör zu erhalten – jenes Getränk, das der Schiedsrichter vor Anpfiff zu sich genommen hatte.

Ahlenfelder betrat an jenem Tag das Weser-Stadion mit Alkohol im Blut. Später gestand er, vor dem Spiel ein Bier und einen Malteser-Likör getrunken zu haben. Werder Bremens Kapitän Horst-Dieter Höttges bemerkte den Zustand des Schiedsrichters und stellte ihn im Kabinengang zur Rede. Teamkollegen sollen Ahlenfelder daraufhin mit einer kalten Dusche „behandelt“ und ihm Wick VapoRub eingerieben haben, um den Alkoholgeruch zu überdecken.

Auf dem Platz wurde sein Auftritt zunehmend kurios: Er verzog das Gesicht, streckte die Zunge heraus und knurrte Trainer an. Irrtümlich pfiff er sogar die Halbzeit ab, was Spieler und Zuschauer gleichermaßen verwirrte. Trotz des Chaos amüsierte sich Werder Bremens damaliger Präsident Franz Böhmert köstlich. Die Medien tauften Ahlenfelder prompt zum „lustigsten Schiedsrichter der Liga“. Der Vorfall schadete seinem Ruf jedoch kaum. Er leitete später 106 Bundesliga-Spiele und etablierte sich als einer der besten Unparteiischen Deutschlands. Sein Name inspirierte sogar eine Kneipe in der Nähe des Weser-Stadions, die ein Werder-Fan zu seinen Ehren eröffnete. Das Lokal, schlicht „Ahlenfelder“ genannt, hält die Geschichte für neue Generationen von Anhängern lebendig.

Fünfzig Jahre später ist die Tradition, einen „Ahlenfelder“ – ein Bier mit Malteser-Likör – zu bestellen, in Bremen noch immer beliebt. Das Getränk ist eine scherzhafte Hommage an die legendäre Spielvorbereitung des Schiedsrichters und die unvergessliche Partie, die folgte.

Das Spiel von 1975 bleibt eines der kuriosesten der Bundesliga-Geschichte. Ahlenfelders Auftritt an jenem Tag wurde zu einem skurrilen Teil der Werder-Kultur – verewigt in einem Kneipennamen und einem Signature-Drink. Zwar florierte seine Schiedsrichterkarriere weiter, doch der Vorfall sicherte ihm einen Platz in der Fußballfolklore, der weit über seinen letzten Pfiff hinausreicht.