12 March 2026, 08:21

Berliner Buchstabenmuseum schließt – 3.500 Neonzeichen ohne Zukunft

Alte Postkarte mit verschiedenen Abbildungen von Berlin, darunter Gebäude, Bäume und eine Statue, mit handgeschriebener Schrift.

Berliner Buchstabenmuseum schließt – 3.500 Neonzeichen ohne Zukunft

Das Berliner Buchstabenmuseum schließt seine Türen – 3.500 Neonzeichen suchen ein neues Zuhause

Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonbuchstaben und -schilder ausgestellt sind, wird am Montag seine Pforten für immer schließen. Steigende Kosten und ein drastischer Rückgang der Besucherzahlen seit der Pandemie haben das Museum an den Rand des Ruins gebracht. Zu seinen Schätzen gehört das ikonische Neon-Schild Zierfisch, ein Relikt aus dem Ost-Berlin der 1980er-Jahre, das heute Teil der Sammlung ist.

Die Museumsgründerin Barbara Dechant hat jahrelang diese leuchtenden Stücke der Geschichte bewahrt. Doch ohne ausreichende Finanzierung bleibt die Zukunft der Sammlung – darunter DDR-Designs und jahrzehntealte Werbetafeln – ungewiss.

Das Zierfisch-Schild erleuchtete erstmals in den frühen 1980er-Jahren den Berliner Stadtteil Friedrichshain. An einem Hochhaus nahe dem Frankfurter Tor angebracht, warb es mit seinen grellen Neonröhren für ein lokales Zoogeschäft – noch zu Zeiten der DDR. Fast vier Jahrzehnte lang prägte die fischförmige Leuchtreklame das Stadtbild, bevor sie abgebaut und für das Museumsarchiv gerettet wurde.

Um das Erbe des Schildes zu bewahren, entstand um 1999 eine Replik. Das Original, zusammen mit weiteren 3.500 Neonbuchstaben und Werbetafeln, bildet heute einen Teil der umfangreichen Sammlung des Museums. Viele Exponate bieten einen Einblick in die Ästhetik der DDR-Zeit, auch wenn die genaue Anzahl der ostdeutschen Schilder nicht dokumentiert ist.

Barbara Dechant, die Museumsleiterin, hat sich mit ihrem Team unermüdlich für den Erhalt dieser Kulturgüter eingesetzt. Unterstützt von einem Kreis ehrenamtlicher Helfer:innen und einem 120 Mitglieder zählenden Verein – darunter der Schriftgestalter Lucas de Groot – hielt das Museum die Geschichte in einem S-Bahn-Bogen in der Nähe des Bahnhofs Bellevue am Leben. Doch die finanziellen Belastungen, von explodierenden Energiekosten bis zu halbierten Besucherzahlen, zwingen nun zur Schließung bis Jahresende.

Dechant und ihr Team suchen verzweifelt nach Lösungen. Zur Debatte stehen die sichere Lagerung der Neonzeichen oder die Übergabe der Sammlung an eine andere Institution, die das Erbe des Museums weiterführt. Bis dahin verbleibt die Sammlung an ihrem aktuellen Standort – ein fragiles Archiv der Berliner Vergangenheit.

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Die Schließung des Museums markiert das Ende einer Ära für diese einzigartige Sammlung. Der Zierfisch und tausende weitere Neonzeichen stehen für einen Ausschnitt deutscher Geschichte, von DDR-Design bis zur Nachkriegswerbung. Ihre Zukunft hängt nun davon ab, ob bis Jahresende ein neues Zuhause – oder die dringend benötigten Mittel – gefunden werden.

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