BAT schließt Südafrika-Werk: Illegale Zigaretten und Strategiewechsel zwingen zum Umdenken
Gerfried ThiesBAT schließt Südafrika-Werk: Illegale Zigaretten und Strategiewechsel zwingen zum Umdenken
British American Tobacco (BAT) kündigt Schließung seines Werks in Südafrika an
Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) hat die Schließung seines Produktionsstandorts in Südafrika bekannt gegeben. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der illegale Zigarettenhandel den lokalen Markt dominiert – mit einem geschätzten Anteil von etwa drei Vierteln der Verkäufe. Die Werksschließung betrifft rund 230 Mitarbeiter und markiert eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens in der Region.
Die südafrikanische Fabrik arbeitete in den letzten Jahren nur noch mit 35 Prozent ihrer Kapazität. Als Hauptgrund für die Schließung nannte BAT den massiven Einfluss illegaler Zigaretten auf den Markt. Statt auf lokale Produktion zu setzen, will das Unternehmen den Bedarf künftig durch Importe decken.
Gleichzeitig bleibt BAT seinem langfristigen Kurs treu. Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist der Ausbau der sogenannten "New Categories" – also nikotinhaltiger, aber rauchfreier Produkte" –, mit denen das Unternehmen bis 2035 eine "rauchfreie Zukunft" anstrebt. Zudem führt BAT sein Aktienrückkaufprogramm fort: Für 2026 sind bis zu 1,3 Milliarden Pfund für Rückkäufe vorgesehen. Allein im Januar 2026 erwarb das Unternehmen im Rahmen dieser Initiative 118.229 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 4.197,41 Pence sowie weitere 161.326 Aktien.
Die finanziellen Ziele für 2026 hat BAT bestätigt: Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent und einem bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) von 5 bis 8 Prozent. Die nächsten wegweisenden Zahlen werden die Jahresergebnisse 2025 sein, deren Veröffentlichung für den 12. Februar 2026 geplant ist.
Die Werksschließung in Südafrika unterstreicht die Herausforderungen durch den illegalen Zigarettenmarkt. Mit dem Wechsel zu Importen und den laufenden Aktienrückkäufen deutet sich eine umfassendere Umstrukturierung an. Bei unveränderten Finanzzielen und dem Fokus auf innovative Produktkategorien passt BAT sein Geschäftsmodell weiter an die Zukunft an.