Baden-Württembergs Wahlreform schafft Rekord-Landtag mit 157 Abgeordneten
Hans-Josef BeckmannWarum der Landtag so groß wie nie zuvor ist - Baden-Württembergs Wahlreform schafft Rekord-Landtag mit 157 Abgeordneten
Baden-Württembergs jüngste Wahlreform führt zum größten Landtag seiner Geschichte
Mit nun 157 Abgeordneten hat das neue Zweistimmensystem das Parlament weit über seine ursprüngliche Größe hinaus ausgedehnt. Kritiker hatten lange vor den Risiken einer aufgeblähten und teuren Staatsregierung gewarnt.
Die Reform führte ein Zweistimmensystem ein, um die Verhältniswahl zu verbessern. Doch Überhang- und Ausgleichsmandate trieben die Zahl der Sitze weit über die geplante Größe hinaus. Bei der Wahl 2021 sicherten sich die Grünen 13 Überhangmandate, während andere Parteien 21 Ausgleichsmandate erhielten, um das Gleichgewicht zu wahren. Die CDU gewann zudem 14 Überhangmandate, was weitere Anpassungen nach sich zog.
Gegner wie die FDP kämpften gegen das, was sie als "Mega-Landtag" bezeichneten. Ihre Bürgerinitiative scheiterte zwar, doch die Bedenken hinsichtlich Effizienz und steigender Kosten blieben bestehen. Ein weiteres Ziel der Reform war es, den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen. Dennoch liegt der Anteil der Abgeordneten nun bei 33,8 % – fast unverändert im Vergleich zu früheren Legislaturperioden.
Der neu gewählte Landtag trat mit 157 Mitgliedern zusammen und stellte damit einen Rekord für das Bundesland auf. Der Zuwachs ist eine direkte Folge der Änderungen von 2022, die Kritiker zufolge die gewünschten Vorteile nicht gebracht haben.
Das erweiterte Parlament steht nun vor Fragen zu seiner Effektivität und den entstehenden Kosten. Das Reformziel, mehr Frauen in politische Ämter zu bringen, hat sich bisher nicht erfüllt – ihr Anteil beträgt 33,8 % der 157 Sitze. Gleichzeitig muss das Land die praktischen Herausforderungen eines deutlich größeren Parlaments bewältigen.