Baden-Württemberg übernimmt Führung in Deutschlands Sicherheitspolitik – mit klarem Fokus auf Europa
Hans-Josef BeckmannBaden-Württemberg übernimmt Führung in Deutschlands Sicherheitspolitik – mit klarem Fokus auf Europa
Baden-Württemberg will führende Rolle in Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungspolitik übernehmen
Auf einer kürzlichen Konferenz betonten Vertreter des Landes die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit, innovativer Lösungen und einer stärkeren militärischen Eigenständigkeit Europas. Im Mittelpunkt stehen der Schutz kritischer Infrastrukturen sowie die Abwehr wachsender Bedrohungen durch ausländische Einmischung.
Am 28. Mai 2025 forderte Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Europa müsse seine Abhängigkeit von externer militärischer Unterstützung verringern. Besonders angesichts steigender Spannungen sei eine größere Autonomie in der Verteidigung entscheidend, so Kretschmann während der Debatten über Baden-Württembergs Rolle bei der Gestaltung der deutschen Sicherheitsstrategie.
Innenminister Thomas Strobl warnte, Russland betreibe gezielt Sabotage, Spionage und Desinformationskampagnen in Deutschland. Angesichts dieser Gefahren habe der Schutz der Infrastruktur für das Land höchste Priorität. Die Behörden arbeiten daran, dass zentrale Systeme auch bei möglichen Störungen funktionsfähig bleiben.
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut rief Unternehmen und Sicherheitsbehörden zu einer effizienteren Ressourcenbündelung auf. Eine engere Zusammenarbeit sei entscheidend, um neuen Risiken entgegenzuwirken. Gleichzeitig betonte Wissenschafts-, Forschungs- und Kunstministerin Petra Olschowski, Innovation sei ein Grundpfeiler einer widerstandsfähigen Demokratie. Sie verwies auf das Landesprogramm Invest BW, das Sicherheits- und Verteidigungsprojekte fördert – konkrete Antragszahlen wurden jedoch nicht genannt.
Die Luft- und Raumfahrt bleibt ein zentraler Wirtschaftszweig der baden-württembergischen Verteidigungsindustrie und stützt die ehrgeizigen Pläne des Landes. Die Landesregierung verfolgt einen ressortübergreifenden Ansatz, der Verteidigung, Forschung und Infrastrukturschutz in einer einheitlichen Strategie vereint.
Baden-Württemberg etabliert sich zunehmend als Drehscheibe für Deutschlands Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Mit dem Fokus auf Innovation, Zusammenarbeit und Infrastrukturschutz will das Land sowohl akute Bedrohungen als auch langfristige Herausforderungen bewältigen. Der Appell nach größerer militärischer Eigenständigkeit Europas wird voraussichtlich künftige Politiken und Investitionen in der Region prägen.






