12 January 2026, 18:15

Baden-Württemberg testet neue Versorgungsmodelle für schweres Post-Infektionssyndrom

Eine Zeichnung des St. Luke's Hospitals in Upper Moorefields, umgeben von einem Bilderrahmen, mit Text und Zahlen auf dem Papier.

Baden-Württemberg testet neue Versorgungsmodelle für schweres Post-Infektionssyndrom

Neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg soll Versorgung von Erwachsenen mit schwerem Post-Akuten-Infektionssyndrom (PAIS) verbessern

Ein neues Pilotprojekt in Baden-Württemberg zielt darauf ab, die Betreuung von Erwachsenen mit schwerem Post-Akuten-Infektionssyndrom (PAIS) zu optimieren. Die vom Sozialministerium des Landes finanzierte Initiative erprobt zwei innovative Versorgungsmodelle an der Universitätsklinik Heidelberg. Die Forscher hoffen, damit Patienten besser zu unterstützen, die aufgrund ihrer Erkrankung oft ans Haus gebunden oder bettlägerig sind.

Das unter dem Titel "SEVERE-PAIS" laufende Projekt startet am 1. November 2025 und endet am 31. Mai 2027. Geleitet wird es von der Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universitätsklinik Heidelberg unter der Leitung von Professor Dr. Attila Altiner. Zum Team gehören zudem die Wissenschaftler Prof. Dr. Dr. Johannes Büttner und Dr. med. Patrick H., die für die wissenschaftliche Auswertung verantwortlich sind.

Das Vorhaben knüpft an die Erkenntnisse des Vorgängerprojekts "SEVEN-PCS" an, das sich mit der Langzeit- und Post-COVID-Versorgung in Baden-Württemberg befasste. Diesmal liegt der Fokus auf PAIS, einer Erkrankung, die nach Infektionen wie SARS-CoV-2, dem Epstein-Barr-Virus oder dem Varizella-Zoster-Virus auftreten kann. Die Diagnose erfordert spezifische Kriterien und den Ausschluss anderer Krankheiten.

Erprobt werden zwei neue Versorgungsansätze: ein telemedizinisches Unterstützungs- und multidisziplinäres Online-Betreuungsprogramm sowie eine hausärztlich gestützte ambulante Versorgung zu Hause. Insgesamt 30 schwer betroffene Patienten nehmen teil, um zu ermitteln, welches Modell am besten funktioniert. Medizinische und psychologische Daten werden erhoben, um eine wissenschaftliche Grundlage für künftige Standardbehandlungen zu schaffen.

Neben der Patientenversorgung entsteht im Rahmen des Projekts ein Patientenregister und eine Biobank mit den gesammelten Daten. Diese Ressourcen sollen die weitere Erforschung von PAIS vorantreiben und die langfristige Betreuung der Betroffenen verbessern.

Das Projekt "SEVERE-PAIS" will kritische Versorgungslücken bei Erwachsenen mit schwerem PAIS schließen. Durch die Evaluation der beiden Behandlungsmodelle und den Aufbau einer Forschungsdatenbank strebt die Initiative an, die Grundlage für dauerhafte Gesundheitslösungen zu legen. Die Ergebnisse könnten künftige politische Entscheidungen und medizinische Unterstützungsangebote in Baden-Württemberg und darüber hinaus prägen.