Baden-Württemberg kämpft mit dramatischer Wohnungsnot – 200.000 Wohnungen fehlen bis 2026
Brigitta Schüler192.000 Wohnungen Fehlen - Günstiger Wohnraum Besonders Knapp - Baden-Württemberg kämpft mit dramatischer Wohnungsnot – 200.000 Wohnungen fehlen bis 2026
Baden-Württemberg steht vor einer schweren Wohnungsnot – es fehlen fast 200.000 Wohnungen. Die Krise hat sich in den letzten zehn Jahren zugespitzt, da Bevölkerungswachstum, kleinere Haushalte und eine steigende Nachfrage nach Wohnungen mieten das Angebot stark belasten. Nur noch in drei Landkreisen des Landes ist der Wohnungsmarkt ausgeglichen.
Seit 2010 ist die Einwohnerzahl des Bundeslandes um 7,2 Prozent auf 11,2 Millionen gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Privathaushalte um fast 11 Prozent. Die durchschnittliche Haushaltsgröße sank von 2,19 auf 2,11 Personen, während die Wohnfläche pro Einwohner von 44 auf 48,7 Quadratmeter anwuchs.
Besonders dramatisch ist die Lage bei bezahlbarem Wohnungen mieten. Wohnungen mit einer Nettokaltmiete zwischen 8,00 und 10,00 Euro pro Quadratmeter sind extrem knapp. Insgesamt verzeichnen 41 der 44 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs einen Wohnungsmangel – nur Tübingen, Calw und Freudenstadt weisen noch ein relatives Gleichgewicht auf. Studien des Pestel-Instituts unterstreichen die Dramatik der Situation: Für 2025 bis 2026 wurde ein Fehlbestand von knapp 200.000 Wohnungen prognostiziert. Tübingen mit rund 90.000 Einwohnern bleibt dabei eine Ausnahme, ebenso wie die kleineren Landkreise Calw und Freudenstadt mit jeweils etwa 24.000 Einwohnern.
Aktuell beträgt das Wohnungsdefizit in Baden-Württemberg 192.000 Einheiten. Die meisten Regionen kämpfen vor allem mit Engpässen im mittleren Wohnungen mieten-Segment. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen wird das Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot weiter bestehen.