01 January 2026, 02:53

Apotheker in Baden-Württemberg fordern frühere Planung der Notdienste nach Neujahrs-Chaos

Eine Apotheke mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Apotheker in Baden-Württemberg fordern frühere Planung der Notdienste nach Neujahrs-Chaos

Dr. Daniel Negyesi, Inhaber der Kronen-Apotheke in Tüningen, sah sich an Neujahr mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert. Kurzfristig zu einem Notdienst eingeteilt, verpasste er den Geburtstag seines Sohnes und fordert nun eine frühere Planung der Einsatzzeiten. Die Verzögerung bei der Bekanntgabe des Dienstplans sorgt unter Apothekerinnen und Apothekern in Baden-Württemberg für Frust.

Die Apothekerkammer Baden-Württemberg veröffentlichte den vorläufigen Notdienstplan erst Ende Oktober 2023 – nach einer sogenannten "Vortauschphase" und Anpassungen wegen Apotheken-Schließungen. Die Kammer räumte ein, dass die Abstimmung mit Nachbarbundesländern und häufige Schließungen eine frühere Veröffentlichung erschwerten.

In anderen deutschen Regionen läuft die Planung anders ab. Einige Kammern geben die Notdienste für das Folgejahr bereits bis Ende Juni oder zumindest acht Wochen vor Beginn bekannt. Dr. Negyesi plädiert dafür, dass Baden-Württemberg diesem Beispiel folgen sollte. Er schlägt eine geteilte Veröffentlichung vor: einen Entwurf für die erste Jahreshälfte bis Ende Juni und für die zweite Jahreshälfte bis Ende Oktober. So hätten Apothekenbetreiber mehr Zeit zur Planung. Derzeit lässt die späte Bekanntgabe kaum Spielraum für Tauschmöglichkeiten, sodass manche zu Einsätzen gezwungen sind, die sie nicht akzeptieren können. Besonders problematisch war für Dr. Negyesi sein Neujahrs-Notdienst. Aufgrund langer Anfahrtswege für Kundinnen und Kunden reiste er mit einem hohen Arbeitsaufkommen – ein Tausch war nicht möglich, sodass er den Geburtstag seines Sohnes verpassen musste. Eine Situation, die seiner Meinung nach mit besserer Planung hätte vermieden werden können.

Die Kammer hat sich bisher nicht zu einer Änderung des Zeitplans verpflichtet. Vorerst müssen Apothekeninhaber wie Dr. Negyesi bis Ende Oktober auf ihre Einsatzpläne warten. Das aktuelle System bietet wenig Flexibilität und erhöht das Risiko von Konflikten mit privaten Verpflichtungen.