28 April 2026, 06:29

Apotheken in Deutschland kämpfen mit Verlusten bei Gesundheitsleistungen trotz Fachwissen

Balkendiagramm, das globale wirtschaftliche Verluste veranschaulicht, mit begleitendem erklärendem Text.

Apotheken in Deutschland kämpfen mit Verlusten bei Gesundheitsleistungen trotz Fachwissen

Apotheken in Deutschland kämpfen mit Verlusten bei wichtigen Gesundheitsleistungen

Trotz ihres Fachwissens haben es Apotheken in Deutschland zunehmend schwer, mit zentralen Gesundheitsdienstleistungen Gewinne zu erzielen. Ein neuer Bericht der Freien Apothekerschaft (FA) zeigt, dass viele dieser Leistungen zwar wertvoll sind, die Kosten jedoch oft nicht decken. Die Ergebnisse werfen Fragen zur langfristigen Tragfähigkeit solcher Programme unter den aktuellen Finanzierungsmodellen auf.

Die Studie offenbart, dass mehr als die Hälfte aller Apotheken bei der Durchführung von Bluthochdruck-Risikobewertungen Verluste macht. Pro Untersuchung erhalten sie lediglich 11,20 Euro – für die meisten Betreiber ein Zuschussgeschäft. Nur etwa jede dritte Apotheke schafft es, mit dieser Leistung schwarz zu schreiben.

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Am häufigsten angeboten werden Schulungen zur Inhalationstechnik (73 Prozent der Apotheken) und Medikamentenberatungen (68 Prozent). Doch selbst diese Dienstleistungen sind wegen niedriger Erstattungssätze oft unwirtschaftlich. Neben finanziellen Hürden belasten Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand und strenge räumliche Vorgaben die Apotheken. Zudem erschweren berufsübergreifende Spannungen die Umsetzung der Leistungen.

Insgesamt bleiben 537 Millionen Euro, die für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) vorgesehen sind, ungenutzt. Zwar rechnen Apotheken diese Leistungen zunehmend ab, doch die Nachfrage bleibt schwach. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) schlug kürzlich vor, die nicht abgerufenen Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuschichten. Die FA warnt jedoch, dass dies die Weiterentwicklung der pDL-Angebote insgesamt gefährden könnte.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert nun höhere Vergütungssätze. Ohne nachhaltige Finanzierung, so das Argument, werde es für Apotheken langfristig schwierig, diese Leistungen flächendeckend aufrechtzuerhalten.

Der Bericht macht deutlich: Zwischen den Kosten der pDL-Dienstleistungen und ihrer aktuellen Finanzierung klafft eine Lücke. Werden die Vergütungen nicht angepasst, könnten Apotheken ihr Angebot reduzieren oder ganz einstellen. Die Zukunft der pharmazeutischen Versorgungsleistungen in Deutschland hängt nun von politischen Weichenstellungen und fairer finanzieller Unterstützung ab.

Quelle