Antje Döll: Vom Vereinsdrama ins Handball-WM-Finale mit Tränen und Triumph
Brigitta SchülerVon Ludwigsburgs Zusammenbruch zum WM-Finale: Kapitänin Döll weint - Antje Döll: Vom Vereinsdrama ins Handball-WM-Finale mit Tränen und Triumph
Vom Ludwigsburger Kollaps ins Handball-WM-Finale: Kapitänin Döll weint
Vom Ludwigsburger Kollaps ins Handball-WM-Finale: Kapitänin Döll weint
Vom Ludwigsburger Kollaps ins Handball-WM-Finale: Kapitänin Döll weint
Mit 37 Jahren führt Antje Döll die deutsche Handballnationalmannschaft auf der Jagd nach dem WM-Gold an. Die Polizistin und Mannschaftskapitänin erzielte im Halbfinalsieg gegen Frankreich neun Tore. Ihr Weg an die Spitze war alles andere als geradlinig.
Erst spät stieg Döll in die Handballnationalmannschaft ein – mit 28 Jahren gab sie ihr Debüt. Sie wechselte von der Kreis- auf die Außenposition, eine Umstellung, die ihrer körperlichen Statur entsprach und ihre Leistung steigerte. Im März dieses Jahres übernahm sie schließlich die Kapitänsrolle.
Ihre Karriere hätte fast eine andere Wendung genommen, als ihr ehemaliger Verein, die HG Ludwigsburg, in finanzielle Schieflage geriet. Die amtierenden Meister zogen ihr Team im Sommer zurück und ließen die Spielerinnen ohne Verträge zurück. Sichtlich bewegt weinte Döll, als sie nach dem Niedergang des Vereins gefragt wurde. Doch bald fand sie eine neue sportliche Heimat bei der Sport-Union Neckarsulm, wo sie zu einer Schlüsselfigur im deutschen Handball avancierte.
Abseits des Spielfelds arbeitet Döll als Kriminaloberkommissarin bei der Polizei Ludwigsburg. Sie ermittelt in Eigentumsdelikten wie Einbrüchen. Für sie basieren sowohl Handball als auch Polizeiarbeit auf demselben Prinzip: Teamwork. Ihre Führung auf dem Platz spiegelt sich in ihrem Vorgehen bei der Kriminalitätsbekämpfung wider.
Der Halbfinalsieg Deutschlands gegen Frankreich, bei dem Döll neun entscheidende Tore warf, sicherte der Mannschaft den Einzug ins Finale gegen Norwegen. Dort wird sie ihre Mannschaft einmal mehr unter Druck anführen.
Dölls später Einstieg in den internationalen Handball hat sie nicht davon abgehalten, zur zentralen Figur zu werden. Vom Vereinszusammenbruch bis ins Handball-WM-Finale – ihre Widerstandsfähigkeit und ihr Können prägen ihre Karriere. Jetzt strebt sie nach dem ersten WM-Gold für Deutschland seit Jahren.