28 December 2025, 22:44

Alphabetisierung in Baden-Württemberg droht 2027 das Aus – wer rettet die Kurse?

Ein offenes Buch mit Schrift darauf.

Alphabetisierung in Baden-Württemberg droht 2027 das Aus – wer rettet die Kurse?

Alphabetisierungskurse in Baden-Württemberg und Rewe stehen vor ungewisser Zukunft

Die Erwachsenenbildungszentren in Baden-Württemberg und Rewe könnten ab 2027 vor dem Aus stehen, wenn die bisherige Förderung durch Bund und EU ausläuft. Ohne diese Mittel müsste das Land jährlich zusätzliche 6,1 Millionen Euro aufbringen, um die Programme aufrechtzuerhalten. Die drohende Finanzierungslücke gefährdet damit lebenswichtige Angebote für Erwachsene, die mit grundlegenden Lese- und Schreibfähigkeiten kämpfen.

Aktuell verfügt fast jeder fünfte Erwachsene in Deutschland nicht über ausreichende Lese- und Schreibkompetenzen. Fast die Hälfte der Betroffenen hat einen Migrationshintergrund – gezielte Unterstützung ist daher umso dringender. Integrationskurse allein reichen oft nicht aus, um tiefgreifende Lese- und Rechtschreibschwächen zu beheben, sodass viele Menschen ohne die nötigen Fähigkeiten für Beruf und Alltag zurückbleiben.

Der Landesverband der Volkshochschulen Baden-Württemberg (vhs) könnte eine Schlüsselrolle bei der Sicherung der künftigen Finanzierung spielen. Mögliche Wege wären die Bildung von Konsortien, die Beantragung von EU-Förderprogrammen oder die Einwerbung von Mitteln beim Bildungs- oder Wissenschaftsministerium. Auch Kommunen und nationale Bildungsorganisationen könnten sich beteiligen – doch eine dauerhafte Lösung steht noch aus. Die Zentren setzen auf niedrigschwellige Angebote, um besonders benachteiligte Gruppen zu erreichen. Ihre Arbeit zielt darauf ab, individuelle Fähigkeiten zu stärken und gleichzeitig das Arbeitskräftepotenzial in einem angespannten Arbeitsmarkt zu erschließen. Ohne weitere Förderung droht dieser Ansatz zu scheitern – und Tausende würden den Zugang zu essenzieller Bildung verlieren.

Falls die Mittel 2027 tatsächlich wegfallen, muss Baden-Württemberg neue Wege finden, um die Alphabetisierungsprogramme zu erhalten. Die jährlichen Kosten von 6,1 Millionen Euro würde dann das Land tragen müssen – sofern sich keine alternativen Geldgeber finden. Die Entscheidung wird darüber entscheiden, ob Erwachsene mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen auch künftig die Unterstützung erhalten, die sie dringend benötigen.