AfD vor möglichem Rekordhoch: 41 Prozent Zustimmung im Osten – doch die Mehrheit lehnt sie ab
Brigitta SchülerAfD vor möglichem Rekordhoch: 41 Prozent Zustimmung im Osten – doch die Mehrheit lehnt sie ab
Die Unterstützung für die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat bundesweit bemerkenswerte Ausmaße erreicht. Aktuell planen 20 Prozent der wahlberechtigten Bürger in Deutschland, die Partei zu wählen, weitere 8 Prozent können sich dies vorstellen. Die regionalen Unterschiede sind dabei deutlich: Im Osten ist die potenzielle Zustimmung höher als im Westen.
In Westdeutschland könnten sich 24 Prozent der Wähler eine Stimme für die AfD vorstellen. In Ostdeutschland steigt dieser Wert auf 41 Prozent. Dennoch lehnen etwa 60 Prozent der Ostdeutschen eine Wahl der Partei weiterhin ab.
Der Meinungsforscher Manfred Güllner warnt, dass eine absolute Mehrheit der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September „durchaus möglich“ sei. Er führt dies jedoch weniger auf die Stärke der AfD zurück als vielmehr auf die Schwäche von CDU und SPD. Beide Volksparteien verfügen über ein breites Wählerpotenzial – die SPD kommt auf 46 Prozent, CDU/CSU auf 45 Prozent.
In den letzten Wochen scheint das Wachstum der AfD ins Stocken geraten zu sein; ihre Umfragewerte bleiben trotz weitverbreiteter Unzufriedenheit mit der Bundesregierung stabil. Dennoch könnten die aktuellen Werte ausreichen, um in Sachsen-Anhalt einen Sieg zu erringen – sofern es nicht gelingt, die gemäßigteren Wähler zu mobilisieren. Politische Beobachter argumentieren, dass eine höhere Wahlbeteiligung unter moderaten Wählern den Weg der AfD zu einer Zweidrittelmehrheit blockieren könnte.
Die Chancen der AfD in Sachsen-Anhalt hängen maßgeblich davon ab, ob es den etablierten Parteien gelingt, ihre Anhänger zu aktivieren. Ohne eine starke Mobilisierung der Mitte könnte die Partei einen klaren Wahlsieg erzielen. Zwar hat sich ihre bundesweite Unterstützung auf einem konstanten Niveau eingependelt, doch die regionalen Rahmenbedingungen begünstigen weiterhin ihren Aufstieg.
