AfD vor Landtagswahlen: Umfrage zeigt Erwartungen an Machtgewinn und Koalitionsstreit
Brigitta SchülerAfD vor Landtagswahlen: Umfrage zeigt Erwartungen an Machtgewinn und Koalitionsstreit
Eine neue Umfrage offenbart sich wandelnde Einstellungen gegenüber der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) vor den anstehenden Landtagswahlen in diesem Herbst. Die im Auftrag der Bild am Sonntag durchgeführte Erhebung zeigt, dass viele Deutsche damit rechnen, dass die Partei erheblichen Einfluss gewinnen wird – einschließlich möglicher Ministerpräsidentenposten.
Die Ergebnisse verdeutlichen zudem tiefe Gräben darin, wie die etablierten Parteien reagieren sollten, falls die AfD als stärkste Kraft hervorgeht, ohne jedoch eine absolute Mehrheit zu erringen. Fast sieben von zehn Befragten gehen davon aus, dass die AfD nach den kommenden Wahlen mindestens einen Ministerpräsidenten stellen wird. Davon erwarten 41 Prozent eine allein von der AfD geführte Landesregierung, während 28 Prozent der Partei die Übernahme der Regierung in mehreren Bundesländern vorhersagen.
Bei der Frage nach möglichen Koalitionen sprechen sich 40 Prozent der Deutschen für ein Bündnis zwischen der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Linken aus, falls die AfD zwar die meisten Sitze holt, aber keine Mehrheit erreicht. Unter CDU-Anhängern befürworten 48 Prozent diese Option, während nur 27 Prozent eine Zusammenarbeit mit der AfD bevorzugen würden. Gleichzeitig unterstützen 36 Prozent aller Befragten in einem solchen Szenario eine Kooperation mit der AfD.
Die Umfrage untersuchte auch die Haltung zu einem möglichen Verbot der Partei. Während 38 Prozent der Deutschen rechtliche Schritte gegen die AfD befürworten, lehnen 47 Prozent dies ab. Innerhalb der CDU spricht sich eine knappe Mehrheit von 51 Prozent für ein Verbot aus.
Die Meinungen zur sogenannten „Brandmauer“-Strategie – bei der andere Parteien jede Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen – sind gespalten. 45 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass diese Taktik der AfD sogar zu weiterem Wachstum verhalf. Die Daten wurden zwischen dem 28. und 29. Mai 2026 unter 1.003 Teilnehmern erhoben.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Mehrheit der Deutschen in diesem Herbst mit einer deutlichen Machtverschiebung im politischen Gefüge rechnet. Angesichts der möglichen Führungsrollen der AfD dürften die Debatten über Koalitionen und rechtliche Schritte in den kommenden Monaten an Schärfe gewinnen. Die Umfrage unterstreicht sowohl den wachsenden Einfluss der Partei als auch die tiefen Spannungen darüber, wie darauf zu reagieren ist.






